Es ist offiziell

Wesertal ist genehmigt: Erste freiwillige Gemeindefusion im Regierungsbezirk Kassel

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Das erste Ortschild: Bei der Feierstunde mit Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber (rechts) und Staatssekretär Dr. Stefan Heck (links) stellte Cornelius Turrey (2. von rechts) und Jörg-Otto das erste Ortsschild präsentiert.

Seit Donnerstagabend haben es die Bürger von Wahlsburg und Oberweser schriftlich: Ab 1. Januar leben sie in der Gemeinde Wesertal.

In einer kleinen Feier im großen Sitzungssaal des Regierungspräsidiums Kassel übergab Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber den Vertretern beider Gemeinden die amtliche Genehmigung des Grenzänderungsvertrags, der die Fusion besiegelt (Text unten). Außerdem erhielten sie die offizielle Genehmigung des Landes für den Namen Wesertal.

Innen-Staatssekretär Dr. Stefan Heck übergab die Urkunde, in der Innenminister Peter Beuth „im Namen des Landes Hessen“ bestimmte, dass die neue Gemeinde antragsgemäß ab 1. Januar Wesertal heißt. Damit war die freiwillige Fusion von Wahlsburg und Oberweser, übrigens die erste Gemeindefusion im Regierungsbezirk Kassel und die zweite in Hessen, offiziell vollzogen.

Künftig wohl häufiger Fusionen

Regierungspräsident Klüber betonte, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für die Gemeinden immer schwieriger würden und Fusionen wohl künftig häufiger erfolgen würden. Die nächste gebe es wohl zwischen Bromskirchen und Allendorf/Eder. Er wünschte den anwesenden Vertretern der beiden Gemeindevertretungen, der Ortsbeiräte und der Gemeindevorstände Kraft, um Irritationen und Probleme zu überwinden, wenn es bei der Gemeindehochzeit knirschen sollte. 

Bürgermeister Cornelius Turrey dankte dem Land für die wertvolle Unterstützung, ohne die die Fusion wohl nicht zustande gekommen wäre und nutzte die Gelegenheit, auf bürokratische Probleme der Gemeinden im Umgang mit Anträgen und Zuschüssen hinzuweisen. Bis die Fusion abgearbeitet sei, könne es noch Jahrzehnte dauern, wie bei der Gebietsreform von 1972, die noch nicht alle verdaut hätten.

Entscheidender Moment: Jule Ebner zieht vor über 20 Zuschauern einen der Straßennamen-Umschläge.

In einer kurz darauf folgenden Veranstaltung wurde im Haus des Gastes in Gieselwerder die Zuordnung der Weserstraße in der neuen Gemeinde ausgelost. Vorangegangen war am Dienstag ein Gespräch des Bürgermeisters mit je drei Anwohnern aus Lippoldsberg und Oedelsheim, zu dem die Oedelsheimer Weserstraßenanwohner eingeladen hatten. Zu einem ernsthaften Argumenteaustausch kam es allerdings nicht. Die Oedelsheimer kritisieren weiterhin, dass man nicht offen über ihre Argumente diskutiert habe und den Lippoldsbergern die Weserstraße von Anfang an versprochen gewesen sei.

Die Auslosung

Vor 22 Beobachtern aus den beiden Gemeindevertretungen und den Gemeindevorständen erfolgte in Gieselwerder die Auslosung des Standortes der Weserstraße in der neuen Gemeinde Wesertal, weil weder Oedelsheim noch Lippoldsberg darauf verzichten wollten. Das Losglück fiel auf Lippoldsberg. Die Oedelsheimer hatten sich für diesen Fall entschieden, ihre Straße in „Alte Weserstraße“ umzubenennen. Über beides müssen noch die Gemeindevertretungen entscheiden. Für den Fall des Lospechs hatten sich die Lippoldsberger den Namen Weserufer überlegt.

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