Stahlträger eingezogen

Wichtigste Wand im Bahnhof ist weg

Recycling: Die Stühle und Lampen aus dem derzeit sanierten Synodalsaal in Hofgeismar werden im Bahnhof Hümme wiederverwendet, hier gelagert in einem fertigen Raum im Obergeschoss.

Hümme. Gespannte Blicke gingen am Dienstag und Mittwoch zur Decke im alten Hümmer Bahnhof: Stefan Knorn balancierte auf der Gabel seines Staplers in gut drei Meter Höhe einen 1,25 Tonnen schweren Stahlträger.

Alle Beobachter hielten den Atem an, als er den schwankenden Träger millimeterweise voranbugsierte und dann auf Stützen unterhalb der Decke ablegte. Geschafft.

Die ganze nervenaufreibende Prozedur wiederholte sich auf der anderen Seite der Mauer noch einmal. Auf dem Spiel stand nicht weniger als ein möglicher Einsturz des Bahnhofs, wenn ein Träger abgerutscht und die Mauern oder die vielen Stützen umgerissen hätte, die die Bahnhofsdecke vorübergehend tragen.

Damit erfolgt gerade der zentrale Punkt des Umbaus des alten Bahnhofs zum Mehrgenerationenhaus, denn an dieser Stelle soll durch Zusammenlegen zweier Räume ein 100 Quadratmeter großer Saal für 130 Personen und eine Bühne entstehen, wie Planer Henning Hartmann vom Bauamt der Stadt und Ortsvorsteher Peter Nissen erläutern.

Dicht: Im geretteten Treppenturm musste das Geländer erhöht werden. Rudi Forejt half.

Ein derart schwieriges Vorhaben war in dieser Dimension auch für die Bauarbeiter Neuland. Bei den kniffligen Vorarbeiten wurden zunächst die Stahlträger mit Kran und Hubwagen ins Gebäude geschafft. Dazu mussten neue Türfüllungen wieder ausgebaut werden. Dann wurden die Träger auf beiden Seiten entlang der tragenden Wand abgelegt. Davor wurden Stützen aufgebaut, die im Erdgeschoss und im Keller provisorisch die Decken tragen, insgesamt 100 Stück. In zwei in die Enden der Wand gebrochenen Schlitzen wurden Stützen montiert, dann in der Mitte der Wand ein dritter Durchbruch vorgenommen für die Staplergabel, damit diese im nächsten Schritt die Träger anheben und oben ablegen konnte. An den Enden der Träger werden endgültige Stützen festgeschraubt und dann unten einbetoniert. Am Ende wird der Wandrest entfernt.

Bis gestern verlief die Operation weitgehend problemlos, im Obergeschoss gab es lediglich an zwei Stellen kleinere Risse in einer Wand.

Verzögert hatte sich dieser Umbau, weil einer der beiden benötigten Räume noch von der Bahn AG für Fernmeldetechnik genutzt wurde, Verhandlungen und Übergabe zogen sich bis jetzt hin, erklärt Bürgermeister Markus Mannsbarth. Dagegen haben Zugführer des NVV bereits ihre Sozialräume bezogen, das Obergeschoss ist in Eigenleistung der Hümmer Bürger weitgehend saniert. Mit der Einweihung mit großem Fest wird im frühen Herbst gerechnet. (tty)

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