Gehälter steigen - Pflegesätze auch

Wieder Tariflohn für 2200 Mitarbeiter der Altenhilfe Hofgeismar

Eine Pflegerin und eine Heimbewohnerin schauen aus dem Fenster eines Pflegeheims
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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar werden rückwirkend ab 1. Juli besser bezahlt (Symbolbild).

Die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen Hofgeismar hat die Verhandlungen mit den Kostenträgern abgeschlossen. Damit kann sie ab 1. Juli den 2200 Mitarbeitern Tarifgehalt zahlen.

Hofgeismar - Allerdings werden, wie berichtet, auch die Bewohner der Alten- und Pflegeheime mehr zahlen müssen. Das sagte Klaus Vering, der Leiter des Altenhilfe-Standorts Hofgeismar.

Seit 2004 Gehaltseinschnitte

Wirtschaftliche Schwierigkeiten der Altenhilfe infolge der einige Jahre zuvor eingeführten Pflegeversicherung hatten 2004 zu erheblichen Einschnitten bei den Gehältern geführt. Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung handelten damals Kürzungen des Tarifgehalts aus. Außer dem Evangelischen Krankenhaus betrafen die Kürzungen alle Bereiche der Altenhilfe an allen Standorten. Mit der Rückkehr zum Tarifgehalt der Kirche verdienen Pflegefachkräfte rückwirkend ab 1. Juli im ersten Jahr nach der Ausbildung 2944 Euro monatlich. Pflegehilfskräfte bekommen zum Einstieg 2185 Euro.

Für die Bewohner steigt der Pflegesatz um etwa 225 Euro im Monat. Den größten Anteil machen dabei die höheren Personalkosten aus, sagt Klaus Vering. Im vergangenen Jahr hatte die Altenhilfe den Pflegesatz bereits um 350 Euro erhöht. Für gute Arbeit müssten die Beschäftigten entsprechend bezahlt werden, sagte Claudia Nemeth, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung am Altenhilfe-Standort Hofgeismar. Nach 16 Jahren mit zum Teil drastischen Einschnitten bekämen alle Beschäftigten wieder das volle Tarifgehalt.

Investitionsstau

Aus Sicht der Altenhilfe haben die Kostenträger aber nicht alle Aufwendungen berücksichtigt, die in die neuen Pflegesätze einfließen sollten. Das Unternehmen hatte monatlich mehr als 300 Euro je Bewohner verlangt.

Für die Altenhilfe bedeute das, dass „wir weiter gut wirtschaften müssen“, sagt Verwaltungsleiter Vering. Für den Standort Hofgeismar hat das bereits einen Investitionsstau zur Folge, weil die Altenhilfe nicht alle Baumaßnahmen umsetzen könne. Dabei bestehe inzwischen gerade an den Hofgeismarer Häusern ein erheblicher Sanierungsbedarf.

174 Selbstzahler in Hofgeismar

In Hofgeismar bewohnen 292 Menschen die Häuser der Altenhilfe. Davon waren laut Unternehmen bisher 118 Sozialhilfeempfänger und 174 Bewohner Selbstzahler. Das heißt, dass sie die Pflegeheimkosten aus eigenen Mitteln, Rente und Beiträgen der Pflegeversicherung aufbringen. Bei den Hilfeempfängern übernimmt das Sozialamt die Lücke zwischen Rente, Pflegeversicherung und dem Rechnungsbetrag.

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