Gut für Geist und Körper

Wilder Westen in Hofgeismar: Linedance-Workshop mit 250 Tänzern

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In Reih und Glied: Andrea Schmidt von den Crazy Wild Boots aus Niedermeiser und Vereinskollegin Anja Eubel (von vorn) ließen kaum einen Tanz aus beim Linedance-Workshop am Samstag in der Hofgeismarer Stadthalle. Zu der Veranstaltung hatte die Hümmer Formation, die B Country Liner geladen.

Hofgeismar. Wenn von Apple Jacks, Cross Rocks und Hip Bumbs die Rede ist, scheint der Wilde Westen nicht fern zu sein.

Genau dieser lebte jetzt in der Hofgeismarer Stadthalle auf, wo beim Linedance-Workshop in Westernstiefeln und mit Cowboyhut zu Countrymusik getanzt wurde.

Dass der Gruppentanz nicht immer westernmäßig daherkommen muss, sondern auch zu Popmusik und in Turnschuhen gerne gelebt wird, wurde bei der Veranstaltung deutlich. „Linedance kann man zu allem tanzen – von Blasmusik bis zu Hits aus den Charts“, sagte Barbara Munko, Leiterin der veranstaltenden Linedance-Formation aus Hümme, den „B Country Liner“.

250 Tänzer aus der Region waren beim Kurs dabei, zu dem man die Kanadierin Vivienne Scott und Margitta Rahnert, die den Catalan-Style lehrte, geladen hatte. „Jeder von uns kennt Viviennes Tänze, sie ist in der Szene eine sehr bekannte Choreografin“, erklärte die Hümmer Tänzerin Monika Hartmann. Ansagen wie „Point and Heel“ und „Hitch an Heel“ tönten da etwa durch den Saal, als Scott mit mehr als 200 Menschen eine Choreografie einstudierte. Englisch müsse man übrigens nicht können für diese Tanzart. Die Begriffe prägen sich auch so ein.

Im Lindedance-Fieber: Als Vivienne Scott aus Kanada mit den Teilnehmern neue Schrittfolgen einstudierte, waren fast alle auf der Tanzfläche. Die Tanzlehrerin ist eine Größe in der Linedance-Szene, jeder kennt ihre Choreografien.

Und da nicht nur die Ausdrücke überall gleich sind, sondern auch die Schrittabfolgen für bestimmte Lieder feststehen, ist Linedance international, „kann überall auf der Welt mitgetanzt werden“, bemerkte Munko. Von einfachen Stücken mit gerade mal 16 Schrittfolgen bis hin zu 196 können die Choreografien gehen. „Natürlich steht bei uns der Spaß im Vordergrund, aber Schrittfolgen pauken gehört auch dazu“, berichtete Hartmann, die selbst schon Linedance-Choreografien geschrieben hat und ihr Hobby nicht mehr missen möchte. 

Gerade weil man sich viel merken muss, sind die Linedancer davon überzeugt, dass diese Art zu tanzen auch gut für das Gehirn ist. „Es sind viele nicht alltägliche Bewegungen dabei, die einfach förderlich für den Geist sind“, erläuterte Elke Bierschke, Chefin der „Crazy Wild Boots“ aus Niedermeiser.

Dass die gleichförmigen Bewegungen in Reih und Glied eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl auslösen, bestätigten viele der Teilnehmer. Schön sei zudem, dass man keinen Tanzpartner brauche und auch keine Erfahrung – jeder der Freude daran habe, könne mitmachen, äußerte Elke Asshauer.

Auch wenn in Deutschland der Linedance längst nicht so boomt wie in manchen asiatischen Ländern, so gibt es auch hier viele Anhänger – schließlich gebe es ja sogar Weltmeisterschaften im Linedance und Rollstuhlfahrer-Linedance.

Um die Tanzart gerade im Hofgeismarer Raum bekannter zu machen, träumen die „B Country Liner“ von einem Event entlang der örtlichen Fußgängerzone: „Am liebsten würden wir bei einem Fest in der Stadt einen Linedance durch die gesamte Innenstadt aufführen an dem sich jeder beteiligen kann“, verriet Hartmann.

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