Stark bedroht

Wildkatze ist Tier des Jahres 2018: Reinhardswald als Verbreitungsschwerpunkt  

Reinhardswald. Die Wildkatze steht bundesweit auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Auch wenn man sie nur selten sieht, gilt der Reinhardswald als ein Schwerpunkt unter den Wildkatzenvorkommen in Deutschland.

In manchen Regionen Deutschlands nimmt die Zahl der Tiere, die auf leisen Pfoten in ihren Revieren unterwegs sind, wieder zu. Trotzdem sind die Katzen weiterhin stark bedroht, inzwischen vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume. Deswegen hat die Deutsche Wildtierstiftung sie zum Tier des Jahres 2018 auserkoren.

Genaue Zahlen sind für den Reinhardswald nicht bekannt, sagt Petra Walter. Die Revierförsterin in Holzhausen ist im Forstamt Reinhardswald für Wildkatzen zuständig. Bei ihr laufen Meldungen ein. Und sie sorgt dafür, dass tote Katzen, die gefunden wurden, in Gießen untersucht werden. Mehr als 80 tote Tiere lieferten in den vergangenen Jahren so Material für die Wissenschaft. Und sie sind ein Zeichen dafür, dass es die Katzen in beachtlicher Zahl im Reinhardswald gibt. Die meisten Todfunde sind Opfer des Straßenverkehrs, erklärt die Försterin.

Das Waldgebiet bietet den Vierbeinern gute Lebensräume. Die Ansprüche der Wildkatze sind ähnlich wie die von Hirschen, sagt Walter. Beide Säugetiere brauchen große, ruhige Wälder mit Totholz, die extensiv bewirtschaftet werden. Am besten sind gemischte Bestände mit jungen und alten Bäumen. Wildkatzen benötigen dazu noch Bereiche, in denen sie ungestört ihren Nachwuchs großziehen können, beispielsweise in Höhlen unter Wurzeltellern, in hohlen Baumstämmen oder Holzstapeln.

Naturschützer setzen sich dafür ein, die großen Wildkatzen-Lebensräume durch Korridore zu verbinden. So soll langfristig ein gesunder Bestand erhalten werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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