129 Zusammenstöße in Hofgeismar im Herbst 2020

Wildunfälle nehmen zu: Gefahr für Kollisionen in der Dämmerung am höchsten

Ein Straße an der ein Wildwechsel-Schild steht
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Ein Verkehrsschild warnt vor Wildwechsel an einer Landstraße: Wenn es Richtung Herbst geht, dann steigt die Gefahr, dass es Unfälle zwischen Wildtieren und Fahrzeugen gibt.

Im Herbst ist die Gefahr von Wildunfällen besonders groß. Wegen schlechter Sicht steigt vor allem im Oktober und November die Zahl der Zusammenstöße zwischen Autos und Tieren.

Hofgeismar/Wolfhagen - Die Polizei und der Deutsche Jagdverband rufen zur Vorsicht auf, weil gerade zu dieser Jahreszeit viele Tiere beispielsweise wegen der Brunftzeit auf und an Straßen unterwegs sind.

Im August dieses Jahres gab es laut Matthias Mänz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, im Kreisteil Hofgeismar 38 Wildunfälle, im Altkreis Wolfhagen 29. Und auch mit Blick in die Unfallstatistik auf den Zeitraum 1. September 2020 bis zum 30. November 2020 zeigt sich, dass in und um Hofgeismar deutlich mehr Kollisionen mit Wildtieren stattgefunden haben: 129 im Kreisteil Hofgeismar und 80 im Altkreis Wolfhagen.

„Im langfristigen Trend ist seit Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Wildunfallzahlen zu verzeichnen“, sagt Mänz. Mit einer Ausnahme: 2019 gab es in ganz Nordhessen 5042 solcher Unfälle, 2020 waren es 4681. „Der Rückgang 2020 geht insbesondere mit dem Rückgang der Gesamtunfallzahlen durch die pandemiebedingten Einschränkungen her“, erklärt Mänz den Ausreißer in der Statistik.

Mit welchen Tierarten die meisten Unfälle passieren, kann die Polizei nicht beantworten, da ihre Statistik diese nicht erfasst. Laut Deutschem Jagdverband sind es Rehe. Sie machen demnach 49 Prozent der Wildunfälle aus, sind also an jedem zweiten Unfall beteiligt. Danach folgen Hasen, Füchse und Wildschweine. Die Polizei weist darauf hin, dass sich Kollisionen mit Wildtieren „rund um die Uhr und auf allen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften ereignen.“ Deswegen sollte dort immer mit Wildwechsel gerechnet werden – vor allem in bewaldeten Gebieten wie dem Reinhardswald und dem Habichtswald.

Die größte Gefahr eines Zusammenstoßes droht laut Polizeisprecher Mänz in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel. „Wenn Ende Oktober die Uhr auf Winterzeit gestellt wird, wird es abends eine Stunde früher dunkel. Das hat zur Folge, dass der Berufsverkehr zeitlich bis in die Dämmerung und teilweise darüber hinaus andauert. Insofern sind dann noch mehr Verkehrsteilnehmer zu den besagten Zeiten, bei denen mit erhöhtem Wildwechsel gerechnet werden muss, auf den Straßen unterwegs“, sagt Mänz. (Nela Müller)

Tiere über App oder Internetseite melden

Rund 99 Prozent der Wildunfälle enden mit einem Blechschaden, heißt es vonseiten des Deutschen Jagdverbandes. Die Polizei erfasst sie deshalb nur allgemein als Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Auf tierfund-kataster.de oder in der entsprechenden App können Verkehrsteilnehmer bundesweit Wildunfälle eintragen. Die gesammelten Daten werden von Wissenschaftlern ausgewertet und können helfen, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und zu entschärfen. 

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