Alternativstandort werden gesucht

Bundeswehr legt Beschwerde gegen Windräder im Reinhardswald ein

Zwei Standorte für Windräder im Reinhardswald gestrichen. 
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Zwei Standorte für Windräder im Reinhardswald gestrichen. 

Die Bundeswehr hat Beschwerde gegen zwei Windkraftstandorte im Reinhardswald eingelegt. Die Windpark Reinhardswald GmbH sucht nun Alternativen.

  • Im Reinhardswald (Kreis Kassel) sollen Windräder gebaut werden.
  • Es gibt seit Jahren Widerstand gegen das Projekt.
  • Jetzt legt auch die Bundeswehr Beschwerde ein.

Die Windpark Reinhardswald GmbH streicht zwei bisher geplante Anlagenstandorte aus ihrem laufenden Genehmigungsantrag. Hintergrund ist eine Eingabe der Bundeswehr, die mögliche Beeinträchtigungen auf das Nato-Radar in der Nähe von Auenhausen/Westfalen geltend gemacht hat.

Für die zwei Anlagen sollen Alternativstandorte gesucht werden. Man wolle weiterhin 20 Windkraftanlagen bauen, erklärt Ralf Paschold, einer der drei GmbH-Geschäftsführer. Ursprünglich habe man 26 Standorte untersucht und davon 20 für das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Kassel ausgewählt.

Windkraft im Reinhardswald (Kreis Kassel): Alternativen für gestrichene Standorte

Dieses wolle man nun ohne Verzögerung voranbringen, daher streiche man die zwei Anlagenstandorte. Sie liegen im Bereich Farrenplatz nördlich von Trendelburg-Gottsbüren. Genau dort, auf auch bisher schon von der GmbH gepachteten Windvorrangflächen, sollen jetzt zwei Alternativstandorte gesucht werden, erläutert Paschold. 

Man weite das Planungsgebiet also nicht aus, ebenso wenig die Zahl geplanter Anlagen: „Wir halten unser Wort, es bleibt bei 20 Anlagen“, sagt Paschold mit Blick auf Aussagen von dritter Seite, in denen zeitweise schon von einer deutliche höheren Zahl an Windrädern die Rede war. 

Bundeswehr beschwert sich wegen Windkraft-Plänen im Reinhardswald - Nicht einziger Widerstand

Das Projekt Windkraft im Reinhardswald stößt in der Region seit Jahren auf Widerstand, mehrere Initiativen wollen einen Bau von Windrädern dort verhindern. Nun hat auch die Bundeswehr Beschwerde eingelegt.

Man müsse auch vor der eigenen Haustür anfangen, etwas gegen den Klimawandel zu tun, zum Beispiel mit nachhaltiger Energiegewinnung, merkt Paschold an. Das, was man im Reinhardswald beobachte, sei auch eine Folge des Klimawandels. Stürme, Dürre und Borkenkäfer hätten dem Gebiet arg zugesetzt. 

Windkraft im Reinhardswald (Kreis Kassel): Baustart für 2021 geplant

Hessen Forst habe von 6500 Hektar Fichten des Reinhardswaldes im Vorjahr bereits über 2000 Hektar abräumen müssen. Danach seien einige Flächen naturschutzfachlich anders zu bewerten gewesen. Dies habe man in den Unterlagen nachgearbeitet, sagt der Geschäftsführer. „Ich bin seit 1994 mit der Planung von Windkraftanlagen im Reinhardswald beschäftigt. Dass sich die Voraussetzungen in einem Gebiet so schnell ändern, habe ich noch nicht erlebt.“

Paschold geht davon aus, dass der Baustart für den Windpark, alle Genehmigungen vorausgesetzt, im Laufe des nächsten Jahres erfolgen könne. 2022 könnte er dann in Betrieb genommen werden – das wäre genau zehn Jahre nach Gründung der Energiegenossenschaft Reinhardswald.

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