Stimmung im Ort ist eher "negativ"

Windkraft im Reinhardswald: Land vergibt erste Fläche

Symbolfoto: Windrad im Wald

Reinhardswald. Der Hessen Forst hat die erste Fläche für Windkraftanlagen im Reinhardswald ausgeschrieben.

Windkraft-Planer können jetzt Angebote abgeben, um dort Windräder zu planen, zu bauen und zu betreiben. Auch die Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR), ein Zusammenschluss von Kommunen der Nordspitze und regionalen Energieversorgern, will sich beteiligen.

Damit tritt das ein, was jahrelang als „Plan B“ bezeichnet worden war: Wenn die Windkraft im Reinhardswald nicht zu verhindern sei, wolle man sie selbst mitgestalten und davon profitieren, war das Credo der Energiegenossen. Daran gab es immer wieder Kritik. Der Vorwurf von Bürgerinitiativen: Man fördere so die Windkraft im Wald, statt sie zu verhindern.

Dass das Land mit der Auschreibung dem Beschluss des Teilregionalplans Energie vorgreift, provoziert erneut Kritik: „Der Ausverkauf des Reinhardswalds und der nordhessischen Spitze beginnt vor der endgültigen Festlegung der Vorrangflächen durch die Regionalversammlung“, sagt Windkraftkritiker Oliver Penner (Lippoldsberg).

Die Energiegenossenschaft Reinhardswald sieht sich dagegen bestätigt: „Wir sind froh, dass wir nun handlungsfähig sind“, erklärt Kai Georg Bachmann, EGR-Vorstand und Bürgermeister von Trendelburg. Ein Angebot sei mit den Partnern, der Stadtwerke Union Nordhessen (Sun) und EAM, in Vorbereitung. In Trendelburg will man zuvor noch ein Votum des Parlaments einholen. Dieser Schritt sei jeder beteiligten Gemeinde selbst überlassen. Geld für die EGR würde vorerst nicht nötig.

Beraten werden soll das Thema auf jeden Fall in Reinhardshagen am 20. Juni, sagt der dortige Bürgermeister Fred Dettmar. Er glaubt, dass die Stimmung im Ort eher „negativ ist“. Für einen Beschluss zur Gebotsabgabe wäre es dann eh zu spät. Das Verfahren endet am 10. Juni.

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