Festival endete nach zwei Wochen

Windkunst bei Hofgeismar und Liebenau wieder eingepackt

Künstler bei der Siegerehrung des Windkunstfestivals Bewegter Wind an der Diemel bei Liebenau-Ostheim.
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Auszeichnung der Besten: Kuratorin Reta Reinl (vorn, links) nahm am Diemelufer bei Ostheim die Preisverleihung vor. Jürgen Heinz (rechts) belegte den ersten Platz mit Kuesti Fraun (nicht anwesend), gefolgt von Christine Kruse und Constanze Schüttoff (von rechts). Im Hintergrund posieren weitere der beteiligten Künstler für ein Erinnerungsbild.

Mit „Change“ (Veränderung) war das Kunstfestival Bewegter Wind überschrieben. Vom Wechsel hatte auch der Wettergott einiges zu bieten.

Hofgeismar/Liebenau – Am Sonntag ging die Freiluft-Schau mit der Prämierung der besten Künstler zu Ende. An der Diemelbrücke bei Ostheim kamen Veranstalter, Künstler und Gäste für die Preisverleihung zusammen.

45 Kunstwerke waren in den vergangen zwei Wochen am Kramberg zwischen Hofgeismar und Hümme sowie am Diemelufer bei Ostheim ausgestellt. Zielte das Motto eigentlich auf den Klimawandel, so kamen der Pandemie und nicht zuletzt auch des Wetters wegen neue Facetten hinzu. Dass es ordentlich stürmte und es sogar Wolkenbrüche gab, die Sonne die Landschaft aber auch in ein goldenes Licht tauchte – dieses Wandelhafte schien Kuratorin Reta Reinl gut zu gefallen. Das Zusammenspiel von Kunst, Natur und Wetter sei doch ein wesentlicher Aspekt des Konzeptes.

Werke fehlten wegen Corona

Weniger gut fand die Windkunst-Chefin, dass coronabedingt nicht alle 58 ausgewählten Werke präsentiert werden konnten. „Dieses Mal waren Künstler aus nur zehn Ländern beteiligt“, sagte Reinl. Viele durften nicht ausreisen oder hatten – wie ein Brasilianer – mehrere Todesfälle zu beklagen hatte.“ Auch wenn es weniger als bei vorangegangenen Schauen zu sehen gab, ist Reinl trotzdem überzeugt, bei der zehnten Auflage ihres Festivals eine sehenswerte Ausstellung geboten zu haben.

Daran war maßgeblich Metallbildhauer Jürgen Heinz beteiligt. Für seine Arbeit „Moving Square“ erhielt er den ersten Preis. Zwei deckungsgleiche Rahmen hat er darin beweglich kombiniert, sodass sie ständig neue Ausschnitte der Landschaft dahinter zeigen. Der 51-jährige Darmstädter nennt seine Arbeiten Moving Sculptures. Dabei spielt er gern mit der Gegensätzlichkeit von Schwere und Leichtigkeit. Heinz hatte sich schon zweimal zuvor an der Windkunst-Schau beteiligt.

Zwei erste Plätze

Da sich die Jury nicht entscheiden konnte, gab es einen weiteren ersten Platz: Ein Video mit dem Titel „Moving Border“ von Kuesti Fraun aus Düsseldorf wurde ebenfalls ausgewählt. In dem minimalistischen Film zeigt er ein Baustellenabsperrband, das sein Erscheinungsbild durch einfache Umwelteinflüsse immer wieder ändert. Inhaltlich setzt sich der Filmemacher mit dem Thema Grenzen auseinander.

Zweiplatzierte wurde Christine Kruse aus Hamburg mit ihrer Arbeit „2/VAR1/9“. Darin überlagern sich gedruckte Worte, sie verändern sich stetig zu neuem Begriffen – Sprachwandel.

2023 wieder „Bewegter Wind“

Den dritten Preis holte Constanze Schüttoff aus Dresden, die für ihr Werk „Tabula rasa I“ riesige Papierbahnen zwischen Bäumen aufgehängt hatte. Sie forderte die Betrachter auf, sich mit Lebenswegen oder auch Entscheidungen auseinanderzusetzen. Einen Sonderpreis erhielt der Chinese Jiefu Zhou, dessen bootähnliche Naturobjekte in der nächsten Zeit noch am Diemelufer stehen bleiben sollen.

Dass es in zwei Jahren wieder einen Bewegten Wind geben wird, ist für Reinl eine klare Sache. Wo die Schau stattfinden soll, will sie noch herausfinden. (Tanja Temme)

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