Geschäftsführer Ralf Paschold tritt Kritik entgegen

Windpark-Gesellschaft nimmt Stellung zur Kritik am Bauvorhaben im Reinhardswald

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Windpark-Geschäftsführer Ralf Paschold auf dem südlichen Teil des Langenbergs: Hier soll die Anlage Nummer 20 erstellt werden. Auf der Fläche hat Orkan Friederike 2018 kaum noch eine Fichte stehen lassen.

Nach der Abgabe des Genehmigungsantrags für den Windpark im Reinhardswald gab es von vielen Seiten Kritik an dem Bauvorhaben. Nun meldet sich Ralf Paschold von der Windpark-Gesellschaft zu Wort.

Vor vier Wochen hat die Windpark Reinhardswald GmbH & Co KG den Antrag auf Genehmigung der beiden Windparks auf dem Langenberg/Hahneberg und dem Farrenplatz im Reinhardswald beim Regierungspräsidium Kassel abgegeben. Bis zum 9. September haben nun die Reinhardswaldkommunen, Behörden und Verbände Gelegenheit, ihre Stellungnahmen abzugeben.

Ralf Paschold, einer der drei Geschäftsführer der Windpark-Gesellschaft, ist zuversichtlich, dass am Ende des etwa ein Jahr lang währenden Verfahrens die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMSCHG) stehen wird. „Wir haben den Antrag mithilfe von Fachleuten und Gutachten so vorbereitet, dass wir Bedenken und Argumente gegen das Projekt entkräften können.“

Weite Teile des Waldes schon jetzt baumfrei

Bei einem Vor-Ort-Besuch im Wald tritt Paschold den zahlreich auch im Internet verbreiteten Behauptung entgegen, dass für die beiden Windparks 120 000 Bäume gefällt werden müssten. „Ob auf dem Langenberg oder auf dem Farrenplatz – weite Teile des Reinhardswaldes sind heute baumfrei“, sagt Paschold. Stürme und Borkenkäferbefall hätten auf einer Fläche von mehr als 1400 Hektar den Wald zerstört.

Und auch auf dem Großteil der einzelnen Flächen, auf denen die 240 Meter hohen Windkraftanlagen erstellt werden sollen, stünden kaum noch Bäume. „Zudem orientieren sich die geplanten Zuwegungen an heute schon baumfreien Schneisen, Forst- und Waldwegen“, sagt Paschold, „dafür wird kein Hektar Wald gerodet werden müssen.“

Paschold: Nicht mehr als 5000 Bäume müssen gefällt werden

Laut Kapitel 3 des BIMSCHG-Antrages werden für die zwei Windparks auf den Vorrangflächen KS 4a und KS 4b insgesamt 31,9 Hektar Waldfläche beansprucht. Davon entfallen auf die Windräder 22,5 Hektar, auf die Zuwegung 9,2 Hektar und auf das Umspannwerk 0,2 Hektar. Nichts mit der Realität zu tun habe die Behauptung, dass die Windparks eine Fläche von 300 Hektar beanspruchten. Würden auf einem Hektar beispielsweise 400 Fichten stehen, dann wären das auf der 31,9 Hektar von den Windparks beanspruchten Fläche rechnerisch 12.760 Bäume, rechnet Paschold vor. Doch weil ein Großteil dieser Gesamtfläche heute schon baumfrei sei, geht der Geschäftsführer davon aus, dass für die Windparks nicht mehr als 5000 Bäume weichen müssten, die meisten davon deutlich jünger als 120 Jahre. Allerdings müssten 2,5 Hektar wieder aufgeforstet werden, so sei es BIMSCHG-Antrag festgelegt.

Auch für die Leitungen würden keine zusätzlichen Flächen in Anspruch genommen, sagt Paschold. Sämtliche Leitungen verliefen unterirdisch und die Verlegung erfolge in offener Bauweise in 60 Zentimeter tiefen und bis zu zwei Meter breiten Gräben, die nach Kabeleinbringung wieder mit Erde und Schotter verfüllt würden.

20 Windräder sparen 210.195 Tonnen CO2 ein

Die Speicherung des Klimagases Kohlendioxid (CO2) im Wald beträgt etwa 13 Tonnen pro Hektar im Jahr. Unter der Annahme, dass die 20 WKA im Reinhardswald 31,9 Hektar Waldfläche beanspruchen, würden somit 414,7 Tonnen CO2 nicht mehr gebunden werden können. Paschold rechnet vor, dass die 20 WKA etwa 315 Millionen Kilowattstunden Erneuerbare Energie liefern könnten. Daraus ergäbe sich ein CO2-Vermeidungspotenzial von 210.195 Tonnen. Paschold: „Die CO2-Senke durch den Betrieb der Windparks ist somit um den Faktor 500 höher als auf der in Anspruch genommenen Waldfläche.“

Eine Familie im Schwalm-Eder-Kreis klagt über den Lärm der Windanlage. Gegen den Windpark im Reinhardswald regt sich seit langem Widerstand. Nun stehen einige Beschlüsse an.

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