Geplanter Windpark auf dem Heuberg: Angst vor dem Ungewissen

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Sorgen über Windräder: Die Hofgeismarer Familie Weber (von links Manuela, Lale, Luke, Daniel Weber) vor ihrem Garten. Im Hintergrund ist das Gebiet, in dem sich Windräder drehen sollen.

Hofgeismar. Sechs Windkraftanlagen sollen auf dem Heuberg entstehen. In unmittelbarer Nähe liegen die Häuser an der Straße Deichhöfe. Wir haben eine Familie dort besucht.

Es ist die Ungewissheit, die bohrend ist: Was passiert, wenn sich am Heuberg die Windräder drehen? Wird man sie hören? Wie groß werden sie wirken? Werden sie vielleicht krank machen - allen Beteuerungen von Experten zum Trotz? Diese Fragen stellen sich Daniel (32) und Manuela Weber (32).

Für das junge Hofgeismarer Paar war Windkraft bisher nie ein großes Thema. „Wir standen dem neutral gegenüber.“ Doch wenn die Pläne für den Heuberg umgesetzt werden, wohnen die Webers in ihrem Haus an den Deichhöfen 1000 Meter entfernt vom Windpark auf dem Heuberg.

Seit sie von den Plänen erfahren haben, lesen die jungen Hofgeismarer viel über das Thema: beispielsweise, dass in Dänemark faktisch ein Ausbaustopp der Windkraft herrscht, weil viele Kommunen dort eine große Gesundheitsstudie abwarten.

„Wir sind in Deutschland längst nicht so weit wie in anderen Ländern“, sagen die Webers. Sie haben vor allem um ihre Kinder Angst. „Was ist, wenn sie Schlaf- oder Konzentrationsprobleme bekommen?“

Dabei ist der jungen Familie auch klar, dass die Ängste unbegründet sein könnten. „Es gibt Menschen, die reagieren auf Infraschall, andere nicht.“ Damit versuchten sie immer wieder sich zu beruhigen, sagt das Paar.

Vor gar nicht allzu langer Zeit war die Welt für die Webers noch in Ordnung. Sie lebten schon mehrere Jahre in Hofgeismar, kauften im Oktober das Haus an den Deichhöfen - gezielt wegen der Idylle. Kurze Zeit später fanden sie dann einen Flyer der Bürgerinitiative Hofgeismar. Dort war die Rede von den Windrädern am Heuberg. „Da waren wir schon geschockt.“ Auch der Verkäufer des Hauses habe von dem Projekt nichts gewusst. Nach einem Treffen bei der Bürgerinitiative gingen die Webers dann zur Infoveranstaltung der Stadt. „Dort haben wir uns nicht ernstgenommen gefühlt“, kritisiert Daniel Weber. Bedenken, beispielsweise über den Lärm durch drehende Rotoren, seien einfach beiseite gewischt worden.

Die Hoffnungen der Webers ruhen nun auf der Auslage der Planungsunterlagen. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative wollen sie die Dokumente durchgehen und etwas finden, dass den Bau aufschiebt oder verhindert. Ihre Hoffnungen ruhen dabei auch auf der Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG): Wenn für ab 2017 genehmigte Projekte der gesetzliche Garantiepreis für Strom entfällt, könnte auch dem Hofgeismarer Projekt die Luft ausgehen, hoffen sie.

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