Wintereinbruch durch Tief Tristan

Ungeräumte Straßen im Kreisteil Hofgeismar verärgern Anwohner und Pflegedienste

Mehrere Autos fahren auf einer schneebedeckten Straße, deren Parkplätze am Rand zugeschneit sind.
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Machen Probleme in vielen Orten: Schneeberge vor den Haustüren, vor allem in engen Innenstädten, wo die Anwohner (wie hier am Unteren Graben in Hofgeismar) keine oder kaum Hof- und Gartenflächen haben.

Ganz in Weiß: Was in einem alten Schlager romantisch klingt, macht durch Schnee zurzeit vielerorts Autofahrern zu schaffen. Wir haben uns exemplarisch Hofgeismar dazu angesehen.

Hofgeismar – Zuerst kamen meist die Schneepflüge und schoben das weiße Pulver an den Straßenrand.

Dann kamen die Anwohner und schaufelten wie vorgeschrieben die Gehwege frei, was die Wälle weiter erhöhte. Und zuletzt schaufelten einige auch noch ihre Autos frei, was eine weitere Schippe Schnee drauflegte.

Der sorgt nun in vielen Orten für Probleme, weil man kaum noch durchkommt. Aber wer ist für die Entsorgung der Schneeberge zuständig?

Straßenmeistereien sind nur für größere Straßen zuständig

Nach Angaben des Landkreises sind die Straßenmeistereien für das Räumen der Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zuständig.

In den Gemeinden aber sind die Kommunen oder von denen beauftragte Firmen für das Schneeräumen zuständig. Der Schnee gehöre in den Verkehrssraum, von wo er dann verschwinde, notfalls durch Wegtauen in die Kanalisation.

Es gibt Straßen, da geht gar nichts mehr. Zum Beispiel Sackgassen, in denen Räumfahrzeuge nicht wenden können und deshalb nicht hineinfahren.

Lage in vielbefahrenen Straßen kann gefährlich werden

Manche Einwohner sind sogar froh, wenn nicht geräumt wird, da sie Angst haben, dass sonst der freie Bürgersteig wieder verschüttet wird.

In vielbefahrenen Straßen wird die Situation aber sehr schwierig, wenn nicht gar gefährlich. Etwa im Unteren Graben in Hofgeismar, der zum Töpfermarkt führt. Schon ohne Schnee ist Gegenverkehr schwierig und erfordert oft Ausweichen.

Bei den jetzigen Schneebergen ist das kaum möglich. Etliche Grundstücke hier haben keine Freiflächen zum Lagern von Schnee. Doch dieser muss wegen der Räumpflicht weg vom Gehweg und wird an den Straßenrand geschoben, wo es nun kritisch wird.

Der Hofgeismarer Bauhof ist seit Sonntag im Dauereinsatz, hat zuerst die meistbefahrenen Straßen, Einkündungen und Kreuzungen geräumt und auch die Straßenmeistereien unterstützt.

Im Dauereinsatz: Räumfahrzeuge unterschiedlicher Größen, wie hier ein Schneeräumer der Stadt Hofgeismar.

Pflegebetreuer haben keinen Platz zum parken

Seit Montag wird an zwei bis drei Dutzend Problembereichen (darunter Parkplätze) nachgearbeitet. Laut Bürgermeister Torben Busse gibt es aber keine Regeln für das Abfahren und ein Abtransport von Schnee, wie er in früheren Wintern praktiziert wurde, sei schwer vorstellbar, jedenfalls nicht flächendeckend.

Auch den Pflegediensten machen die Schneemengen Sorgen. „Das Problem ist weniger das Fahren, sondern, dass man nirgends parken kann“, sagt Klaus Sander, Pflegedienstleiter des Hofgeismarer Pflegedienstes PHB am Mittwochmittag.

Er stehe mit vielen anderen Pflegediensten in Kontakt, die alle das gleiche berichteten: Die meisten Zufahrten und Parkbuchten seien zurzeit nicht befahrbar.

Selbst die Bürgersteige, auf die sie mit den Autos notfalls etwas ausweichen könnten, seien durch den Schnee nicht zu erreichen. „Die Pfleger behelfen sich aktuell damit, weiter weg zu parken und den restlichen Weg zu Fuß zu gehen“, erklärt Sander.

Situation bringt Zeitverzögerungen mit sich

Das macht weitere Probleme: Einzelne Mitarbeiter stürzen auf glatten Wegen, die Zeitpläne können sie oft nicht einhalten. „Die meisten Kunden zeigen zwar Verständnis, einige aber auch nicht und das lassen sie an den Pflegern aus“, sagt Sander.

Dabei beginne für diese der Arbeitstag – wie am Mittwoch – bereits damit, bei minus 20 Grad die Pflegeautos vom Frost zu befreien.

„Zurzeit müssen wir improvisieren“, sagt Sander. Das zeige sich auch in den Fällen, bei denen der PHB Essen ausliefert. Um die Corona-Regeln einhalten zu können und Wartezeiten zu vermeiden, befinde man sich in enger Abstimmung mit den Gastronomen.

Für die kommenden Tage hofft Sander, dass sich die Räumsituation nach den ersten Turbulenzen etwas bessert, die Räumdienste gut koordiniert mehr Platz schaffen – und, dass es bald taut. (Thomas Thiele, Jan Trieselmann)

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