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„Wir sind gut eingeübt“

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Von: Hanna Maiterth

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Musiker mit Blasinstrumenten sitzen auf Stühlen auf dem Rasen. Davor sitzen Zuhörer unter Bäumen.
Der Gottesdienst wurde kurzfristig nach draußen verlagert. Den Posaunenchor leitet nun Bezirkskantor Dirk Wischerhoff. Nach 18 Jahren gab Vorgänger Dr. Hans-Ulrich Braner die Leitung ab. © Hanna Maiterth

Schon vor 60 Jahren schlossen sich in Hofgeismar Kirchengemeinden zusammen um effektiver zu arbeiten. Das war jetzt Grund zum Feiern.

Hofgeismar – Seit 60 Jahren gibt es in Hofgeismar den Gesamtverband der evangelischen Kirche. Das Jubiläum wurde Pfingstmontag zusammen mit dem Gemeindefest an der Altstädter Kirche gefeiert. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst mit Posaunen- und Gospelchor unter freiem Himmel. Im Anschluss ging es darum, sich „einfach mal zu sehen“, wie Pfarrer Markus Schnepel erklärte. Am Nachmittag sorgte die „Kunterbänd“ aus Kassel für musikalisches Familienprogramm.

Kirche lebt noch

„Wir wollten diesen Tag auch nutzen, um zu zeigen: Wir stehen zusammen, Kirche lebt noch“, erklärt Schnepel, der sich um die Altstädterkirchengemeinde kümmert, zu der auch Friedrichsdorf und Kelze gehören. Bei ihm laufen außerdem als geschäftsführendem Pfarrer die Fäden des Gesamtverbandes zusammen.

Schon vor der Gebietsreform

Zu eben jenem gehören seit 1. Januar 1962 die Altstädter sowie die Neustädter Kirchengemeinde. Die Kirchengemeinden Gesundbrunnen sowie Carlsdorf, Schöneberg und Kelze folgten keine zehn Jahre später, als sich 1971 auch auf politischer Ebene die Großgemeinde Hofgeismar bildete. Die Neustädter Kirche wird von dem Pfarrerehepaar Kristina und Stephan Brettschneider geleitet.

Verband trägt auch das Jugendzentrum

Das Kirchspiel Hofgeismar-Gesundbrunnen mit Beberbeck, Carlsdorf und Schöneberg verantwortet Pfarrer Axel Nolte. „Wir haben uns zum Gesamtverband zusammengetan, um gemeinsam die evangelischen Einrichtungen zu unterhalten“, blickte Schnepel auf die Anfänge zurück. Dazu gehören die Kindertagesstätte, das Jugendzentrum (JUZ) der Gemeindebrief und die Kirchenmusik. In all den Jahrzehnten seien die einzelnen Kirchengemeinden als Gesamtverband zusammengewachsen.

Jeder gibt was er kann

„Wir sind gut eingeübt“, sagt der Pfarrer. „Wir sind eine Solidargemeinschaft, in der jeder gibt, was er kann und bekommt, was er braucht.“ Das sei im Blick auf den gesellschaftlichen Wandel und die Zukunft ein wichtiger Punkt. „Wir sind in einen Sog geraten, der eh da war und auch die Vereine trifft. Wir verlieren Mitglieder.“ Trotzdem sei es wichtig, den Menschen in und um Hofgeismar Angebote zu machen und dabei auch mit anderen Trägern zu kooperieren. Bei der evangelischen Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ ist das zum Beispiel die Stadt Hofgeismar.

Suche nach Kontaktstellen

„Wir stehen in gutem Kontakt und das ist auch wichtig“, betont der Pfarrer. Kirche könne einfach nicht mehr all das machen, was sie früher übernommen habe. Das liege schon allein daran, dass sie nicht mehr die Mehrheit der Gesellschaft repräsentiere. „Deshalb überlegen auch wir als Gesamtverband zusammen, wo jetzt unser Platz ist. Wo sind die Stellen, an denen wir Kontakt zum Leben der Menschen haben?“

Mit dem Gemeindefest ist er zufrieden. Das JUZ mixte alkoholfreie Cocktails, es gab einen Bücherflohmarkt, Infos zur Teilnahme an der Aktion „Wir sind faire Gemeinde“ und der Weltladen „Tintaya“ war ebenfalls mit einem Stand dabei.

Auch Kinder beschäftigt

Außerdem sorgten die Kindertagesstätte und das Jugendzentrum mit einem Kinderprogramm und einem Niedrigseilparcours dafür, dass auch die Jüngsten beschäftigt waren.

Trinkwasser für die Ukraine

Mit der Kollekte und den Spenden für Kaffee und Kuchen kamen beim Gemeindefest der Evangelische Kirchengemeinde Hofgeismar 1700 Euro zusammen. Das berichtete Pfarrer Markus Schnepel. Das Geld soll einer Hilfsaktion des Lions Clubs Hofgeismar zu Gute kommen. Dabei geht es darum, Trinkwasser für die Ukraine zu liefern. (Hanna Maiterth)

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