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Kreistag fällt heute finale Standortentscheidung für die Kreiskliniken

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Von: Daria Neu

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In Hofgeismar ist ein Klinik-Neubau geplant. Nach langen Überlegungen könnte heute die Entscheidung für den Standort am Krähenberg fallen. Auf dem Foto ist die alte Kreisklinik zu sehen.
In Hofgeismar ist ein Klinik-Neubau geplant. Nach langen Überlegungen könnte heute die Entscheidung für den Standort am Krähenberg fallen. Auf dem Foto ist die alte Kreisklinik zu sehen. © Thomas Thiele

Die Zukunft der Kreiskliniken in Hofgeismar und Wolfhagen bewegt die Menschen im Landkreis. Der Kreistag wird heute voraussichtlich wegweisende Beschlüsse fassen, die die gesundheitliche Versorgung auf dem Land langfristig sichern sollen.

Kreis Kassel – Geklärt werden die Standortfrage des Klinik-Neubaus in Hofgeismar, die Finanzierung des Mammutprojekts und die Zusammenarbeit mit Partnern. Fragen und Antworten.

Welche Entscheidungen trifft der Kreistag heute?

Es fallen wichtige Entscheidungen, die die Zukunft der Krankenhauslandschaft im Landkreis bestimmen. Kreissprecher Harald Kühlborn betont im HNA-Gespräch: „Es ist die größte Baumaßnahme, die wir jemals umgesetzt haben.“ Der Kreistag bestimmt heute den Standort für den Klinik-Neubau, der laut Beschlussvorlage am Krähenberg in Hofgeismar vorgesehen ist. Dort steht bereits das Evangelische Krankenhaus Gesundbrunnen – dieses ist außerdem der mögliche künftige Kooperationspartner für die Kreisklinik. Auch darüber stimmen die Mandatsträger ab, nachdem ein erster möglicher Deal mit Agaplesion als Partner im vergangenen Jahr geplatzt war.

Welche Neuigkeiten gibt es laut Klinik-Konzept?

Konkrete Informationen hält das Konzept bereit, das der Kreistag qua Beschluss vor der Sommerpause eingefordert hatte, unter anderem hinsichtlich des Zeitplans und der Finanzierung sowie des Umgangs mit den zwei Standorten Hofgeismar und Wolfhagen. Bis 2027 soll der Neubau – wenn alles nach Plan läuft – abgeschlossen sein. „Der erste Spatenstich soll Ende dieses Jahres, spätestens aber Anfang kommenden Jahres erfolgen“, verspricht Kühlborn. Insgesamt umfasst das Investitionsvolumen voraussichtlich rund 75 Millionen Euro. Der Standort in Hofgeismar wird derzeit entkoppelt vom Wolfhager Standort beplant. „In Wolfhagen brauchen wir mehr Zeit.“ Laut Beschlussvorlage ist es erforderlich, „zukunftsfähige Wege zu gehen, die für beide Standorte auch unterschiedlich sein können.“

Wie gestaltet sich die Finanzierung der Kreiskliniken?

Finanziell sind zwei verschiedene Bereiche zu bedenken. Es geht dabei einmal um die Kosten für den laufenden Betrieb und um das Geld, das für den Neubau aufgebracht werden muss. Hinsichtlich der laufenden Kosten erklärt Kühlborn: „Belastungen durch die Defizitabdeckung für den Eigenbetrieb Kliniken in Höhe von rund zehn Millionen Euro jährlich sind in den nächsten Jahren aus dem Haushalt nicht zu leisten.“ Dieses Defizit gelte es zu reduzieren. Heute hat der Kreistag die Möglichkeit, das über den Kreishaushalt abzudeckende Defizit des Eigenbetriebs ab dem Jahr 2024 auf weniger als fünf Millionen Euro zu verringern. Der Neubau wird bis zu 75 Millionen Euro netto kosten. Eine 40-prozentige Förderung durch das Land wird dabei angestrebt. Zugesagt sind bislang allerdings nur 15 Millionen Euro. „Da müssen wir hinsichtlich der Förderung noch etwas nacharbeiten“, sagt der Kreissprecher.

Wie genau könnte der Neubau am Krähenberg aussehen?

Am Krähenberg ist der Neubau der Kreisklinik inklusive Erweiterung der geriatrischen Klinik geplant. Der Neubau soll dabei direkt mit einem vorhandenen Gebäudeteil des evangelischen Krankenhauses Gesundbrunnen verbunden werden, um so eine enge Zusammenarbeit zwischen geriatrischer Versorgung und Grund- und Regelversorgung zu ermöglichen. In der neuen Kreisklinik bleibt die Geburtshilfe mit Kreißsaal erhalten. Das Dialysezentrum soll in den Neubau integriert werden.

Was passiert mit dem Hofgeismarer Grundstück, das zwischenzeitlich ebenfalls für den Neubau im Raum stand und was wird auf der Fläche der alten Klinik passieren?

Für das Grundstück im Gewerbegebiet an der Grebensteiner Straße, das sich der Landkreis vor einiger Zeit als möglichen Standort für einen Klinikneubau gesichert hatte, soll eine alternative Nutzung vorgeschlagen werden. Das Grundstück der jetzigen Kreisklinik soll in Zusammenarbeit mit der Stadt Hofgeismar für eine Wohnbebauung vermarktet werden. Details liegen laut Kühlborn derzeit noch nicht vor.

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