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Akrobat warf in Hümme mit Wörtern und Bällen

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Von: Gitta Hoffmann

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ein Mann steht auf einem Bein und jongliert mit Bällen u d anderen Gegenständen, während er noch einen Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte kreisen lässt.
Jonglage mit Worten, Bällen und Hüten: Marcus Jeroch wirbelte über die Bühne, verwirbelte Buchstaben und riss das Publikum in seiner Darstellung mit. e. © Gitta Hoffmann

Mit einer Show voll Akrobatik und Wortwitz startete das Kulturprogramm im Bahnhof Hümme.

Hümme – Endlich wieder Kultur im Bahnhof. Den Auftakt übernahm wortgewaltig und voller Körpereinsatz Marcus Jeroch.

„Ich freue mich, dass Ihr alle da seid!“ Peter Nissen, Vorsitzender des Generationenhauses Bahnhof Hümme begrüßte sichtlich erfreut die Zuschauer im unter Coronabedingungen voll besetzten Saal. „Eigentlich fangen wir bereits im Januar mit dem neuen Kulturprogramm an und normalerweise hängen hier auch Bilder. Die kommen allerdings erst am Sonntag für die Vernissage von Basil Ringewaldt an die Wände. Der Bahnhof ohne Bilder ist also noch eine Premiere.“ Mehrmals mussten Veranstaltungen abgesagt und verschoben werden und mit dem Auftritt von Marcus Jeroch sollte nun langsam wieder Normalität eintreten.

Wenn Buchstaben fehlen

Doch „normal“ war bei Marcus Jeroch eigentlich gar nichts. Der Akrobat im Sprachgewitter nahm die Gäste mit auf eine rasante Reise durch die deutsche Sprache. Da wurde zum Beispiel die Frage gestellt, was passiert, wenn man auf einen der 26 Buchstaben verzichtet. Ist man dann noch verständlich? „Sprache wir in iesem Fall aners [sic!]“ führte Jeroch vor und kürzte zunächst das „d“. Das „w“ folgte und erst als schließlich fünf Buchstaben dem Alphabet entrissen worden waren, wurde es richtig schwer, dem Künstler zu folgen.

Sätze wurden geschickt unter Einbehaltung sowie doppelter Nutzung einzelner Wörter verwoben und der Klang der Silben wurde mehrdeutig genutzt.

Nonsens und Poesie

Marcus Jeroch trug die Texte seines Lieblingsautoren Friedhelm Kändler unter vollem Körpereinsatz vor, jonglierte mit Hüten und Bällen, ließ den Hula-Hoop-Reifen kreisen und die Gummibälle fliegen und krabbelte gemeinsam mit Churchill und Frau Churchill durch einen Stuhl. Ob lange Gedichte voller Nonsens und versteckter Philosophie oder Poesie, die nur aus wenigen Worten bestand – Marcus Jeroch sprach sein Publikum an, verwirrte es und forderte es heraus. Genaues Zuhören war gefragt, damit die „lieben Brüder, Schwestern, Einzelkinder“, die Pointe nicht verpassten.

Gespräch mit Besuchern

Die wilde, herausfordernde Mischung kam beim Publikum des Generationenhauses Bahnhof Hümme an. Mehrere Zugaben wurden gewährt und auch nach der Veranstaltung stand der Sprachverrenker noch zu einem Gespräch mit Gästen zur Verfügung.

Peter Nissen war überaus zufrieden mit dem Kulturauftakt. Er hoffe, dass die Zeit des Verschiebens von Veranstaltungen endlich vorbei ist. (Gitta Hoffmann)

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