Zahl der Bruten nimmt zu

Zehn Storchenpaare im Kreis Kassel

Zwei Störche stehen auf einem Kunsthorst beim Hofgeismarer Stadtteil Kelze.
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Storchenpaar am neuen Brutplatz: Ralf Paschold machte dieses Foto am neuen Horst in Kelze.

Die Zahl der Störche im Kreis Kassel nimmt weiter zu. Im Kreisteil Hofgeismar sind in diesem Frühjahr erstmals fünf Horste besetzt.

Kreis Kassel – In Deisel brütet wieder das alteingesessene Paar, von den Deiselern Lilli und Hännes genannt. Auch in Sielen und Vaake sind Horste besetzt. Neu sind die Bruten in den beiden Hofgeismarer Stadtteilen Hümme und Kelze.

Mehrere Brutplätze werden auch aus dem Altkreis Kassel gemeldet. Vor einigen Tagen hat ein Paar erstmals einen Horst am Vollmarshäuser Teich in Lohfelden bezogen. Neu ist auch ein Nest im Niestetaler Ortsteil Sandershausen – gegenüber vom Rathaus. Ein Paar wurde am ältesten Brutplatz im Kreisteil Kassel zwischen Sandershausen und Spiekershausen beobachtet. Noch ist allerdings unklar, ob die Vögel dort wie auch in Sandershausen tatsächlich brüten. In Espenau ist der alteingesessene Storchenmann – erkennbar an seinem Ring „A1J80“ – ebenfalls zurückgekehrt. Er hat dort einen anderen Storch vertrieben und mit einem Weibchen eine Familie gegründet. Im vergangenen Jahr gab es zwei Bruten im Altkreis Kassel.

Schutzgebietsbetreuer Stephan Schmidt

Im Kreisteil Wolfhagen gibt es wie im Vorjahr zwei Paare: im Naturschutzgebiet Glockenborn bei Wolfhagen sowie beim Stadtteil Wenigenhasungen. An der Wolfhager Kläranlage hatte ein Paar begonnen, ein Nest zu bauen, berichtet Schutzgebietsbetreuer Stephan Schmidt. Das waren wahrscheinlich junge, unerfahrene Vögel, die den Bau abgebrochen haben. Schmidt geht davon aus, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen und dann erfolgreich brüten können.

Dieses Verhalten sei bei jungen Störchen nicht ungewöhnlich, berichtet Schmidt weiter. Auf der Suche nach neuen Revieren streiften sie umher und schauten sich nach Nistplätzen um. Dabei kann es gegebenenfalls auch zu Auseinandersetzungen mit eingesessenen Störchen kommen.

Im Kreisteil Wolfhagen stehen nach Schmidts Angaben derzeit sechs Bruthilfen für die Vögel – inklusive der besetzten am Glockenborn und in Wenigenhasungen. (Bernd Schünemann)

Alle Bruten in Kunstnestern

Die Störche in unserer Region brüten alle auf künstlichen Nisthilfen. Die Masten, die die Horste tragen, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem mit Unterstützung des Diemel-Wasserverbandes aufgebaut. Beobachter gehen davon aus, dass Störche künftig Nester ohne menschliche Hilfe in Bäumen bauen. In Südhessen sei das bereits der Fall, weil alle Kunstnester besetzt seien, berichtete Bernd Petri, Storchenexperte beim Naturschutzbund Hessen.

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