Daten zur Bevölkerung werden ermittelt

Zensus 2022: Mehrere Zehntausend in Stadt und Kreis Kassel werden befragt

Ein Formular zum Zensus 2011
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Erinnerungen werden wach: Mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen seit dem vorangegangenen Zensus 2011. Nun sollen auch wieder Daten zu Einwohnern und Gebäuden erhoben werden. Eigentlich war dies schon für einen Stichtag in diesem Jahr vorgesehen, wegen Corona wurde dieser auf den 15. Mai 2022 verschoben.

2022 findet in Deutschland wieder eine Volkszählung statt, der sogenannte Zensus. Befragt werden nicht alle Bewohner der Republik, sondern etwa zehn Prozent der Bevölkerung, die per Stichprobe ausgewählt werden.

Kreis Kassel - Mehrere zehntausend Bewohner von Stadt und Kreis werden am Zensus 2022 teilnehmen. Besser gesagt: Sie werden daran teilnehmen müssen. Denn alle ausgewählten Personen sind zur Auskunft verpflichtet.

Stichtag des Zensus ist der 15. Mai 2022. Die Vorbereitungen sind in den Verwaltungen bereits angelaufen. Im Kasseler Rathaus hat die für den Zensus eingerichtete und mit zwei Personen besetzte Erhebungsstelle zum 1. Juli ihre Arbeit aufgenommen. „Aktuell werden Schulungen absolviert und eine IT-Infrastruktur aufgebaut“, berichtet die Stadt auf Anfrage.

Nach derzeitigem Stand werden in Kassel 7158 Haushalte befragt. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von zwei Personen seien das 14 316 Personen, sagt ein Stadtsprecher.

Auch der Kreis Kassel hat schon eine Erhebungsstelle für den Zensus eingerichtet mit drei Mitarbeitenden, teilte Sprecher Harald Kühlborn mit. Diese sitzen in Niestetal, in entsprechend „daten- und einbruchsicheren Räumlichkeiten“. Von dort aus wird koordiniert, wie viele der (so die aktuell vorliegende Zahl) 236 600 Einwohner des Landkreises befragt werden.

Welche Bewohner der Stadt und des Kreises für den Zensus ausgewählt sind, ist noch nicht bekannt. Anfang Februar werde es weitere Informationen geben, kündigt die Stadt Kassel an. Besucht und befragt werden die Ausgewählten von sogenannten Erhebungsbeauftragten. Mit der Anwerbung der Interviewer soll in Kassel bald schon begonnen werden.

Mit dem Zensus soll ermittelt werden, wie viele Menschen aktuell in Deutschland leben, wo sie wohnen und arbeiten. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder nehmen alle zehn Jahre den Zensus vor, um verlässliche Daten für Planungen zu erhalten. Diese Daten sollen Antworten geben auf Fragen wie „Gibt es genügend Wohnraum?“ oder „Brauchen wir mehr Kindergärten, Schulen oder Pflegeeinrichtungen?“

Ursprünglich sollte der Zensus bereits 2021 stattfinden, wurde aber pandemiebedingt verschoben. Die letzte echte Volkszählung, also die Vollerhebung der Bevölkerung, liegt schon über drei Jahrzehnte zurück. Sie fand 1987 unter großen Protesten statt. (Andreas Hermann, Matthias Müller)

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