Aufregung in Schöneberg

Ziegen waren ausgebüxt: Tier sprang durch Fensterscheibe

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Heißt vorläufig Rüdiger: Der Ziegenbock wurde nach mehrfacher Flucht betäubt und ins Tierheim gebracht.

Hofgeismar/Schöneberg. Mehrere Tage herrschte im Hofgeismarer Ortsteil Schöneberg helle Aufregung: Zwei Ziegen waren los, sprangen und fraßen sich durch Gärten.

Schwieriger als gedacht verlief die mehrtägige Jagd auf zwei offenbar wilde Ziegen in Schöneberg. Am Schluss wurde ein Tier betäubt und ins Tierheim gebracht, das andere verschwand spurlos.

Das erste Mal meldete ein Hausbesitzer aus Schöneberg am späten Nachmittag der Polizei, dass zwei freilaufende Ziegen in seinem Garten seien und die Blumen abfräßen. Als die alarmierte Polizei eintraf, waren die Ziegen jedoch wieder im Wald verschwunden.

Drei Tage später meldete eine Frau aus Friedrichsdorf Ziegen auf der nahen Landesstraße. Die Polizei fand sie dann 700 Meter entfernt auf einer Pferdekoppel am Waldrand und versuchte vergeblich, Besitzer zu ermitteln. Dann flüchteten die Tiere wieder in den Wald.

Am nächsten Tag meldete ein Schöneberger seinem Nachbarn frühmorgens, dass zwei Ziegen in dessen Garten weideten, was dieser gar nicht gut fand. Die Tiere wechselten von einem Grundstück aufs andere und versteckten sich sehr geschickt. Das größere braune Tier verschwand irgendwann, der kleinere schwarzweiße Ziegenbock spielte weiter Verstecken.

Da die Gefahr bestand, dass das Tier auf die B 83 läuft, riefen nachmittags mindestens drei Schöneberger die Polizei. Ein Vertreter einer Hundeschule sollte das Tier einfangen, was aber im Regen weder ihm noch den Polizisten gelang. Näher als drei Meter kam niemand an das Tier heran.

Am nächsten Tag bot sich ein Landwirt aus einem Nachbarort an, das Tier mit einem Seil zu fangen, was aber nicht gelang. Es flüchtete auf dem Grundstück des Gartenbesitzers in den Hausvorbau, wo der Besitzer die Tür schließen und es so zunächst fangen konnte. Der Mann mit dem Lasso näherte sich durch den Keller und öffnete die Innentür, wodurch das Tier in Panik geriet und durch ein geschlossenes Fenster sprang. Trotz der Glassplitter blieb es unverletzt und drohte wieder auf die Straße zu laufen. Es waren nach Angaben des Hausbesitzers wiederholt Zuschauer da, die gute Tipps zum Einfangen gaben, die aber alle nichts halfen. Schließlich wurde ein Tierarzt aus Hofgeismar alarmiert, der sich mit einem Blasrohr auf die Lauer legte und den Ziegenbock dann durch eine Hecke hindurch betäubte.

Das Tier hatte weder einen Chip noch eine Tätowierung oder Marke und konnte keinem Besitzer zugeordnet werden. Es kam deshalb ins Tierheim nach Bad Karlshafen wo es in einem komplett umzäunten Freigehege noch sehr scheu ist, aber langsam ruhiger wird. Jetzt hofft man, dass sich doch noch der Besitzer meldet.

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