Veterinäramt prüft regelmäßig

Zirkus Rolina in Hofgeismar legt Wert auf artgerechte Tierhaltung

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Zeit für Streicheleinheiten: Dompteur Andy Orthmann hat seine Zebras selbst großgezogen. Er ist für die exotischen Tiere im Zirkus Rolina zuständig. Genügend Auslauf und richtige Fütterung sei das Wichtigste an der Tierhaltung.

Hofgeismar. Im Zirkus Rolina stehen die Tiere an erster Stelle. Regelmäßige Prüfungen durch das Veterinäramt bestätigen: Zebra, Rind, Esel und Co. haben es gut. Kritik von Besuchern gibt es dennoch immer häufiger. 

Mit geschlossenen Augen und entspanntem Schnauben lässt sich das Schottische Hochlandrind im Außengehege den Rücken striegeln. Mindestens einmal am Tag nimmt einer der vier ausgebildeten Tierpfleger die Bürste in die Hand und kümmert sich um die Fellpflege der rund 35 exotischen Vierbeiner im Zirkus Rolina.

Es ist eine von vielen Aufgaben, die täglich anfallen, um den Tieren das Leben auf der ständigen Reise von Ort zu Ort so angenehm wie möglich zu machen. Derzeit sind sie in Hofgeismar zu Gast.

Der Vorwurf der Tierquälerei, der dem Zirkus in den vergangenen Jahren immer häufiger begegnet, ist deshalb für Dompteur Andy Orthmann unverständlich: „Es gibt keinen Tierbesitzer, der so regelmäßig kontrolliert wird, wie wir. Einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz können wir uns gar nicht erlauben.“ In regelmäßigen Abständen bekomme der Zirkus Besuch vom Veterinäramt, das die Haltung der Tiere genehmigt und überprüft.

„Die Tiere stehen für uns an allererster Stelle“, sagt Tony, Orthmann. Er und seine Brüder Andy und Nico sind mit Zebra, Kamel und Co. aufgewachsen. „Das Wichtigste ist, dass man die Tiere schon als Baby spielerisch und liebevoll an das Zirkusleben gewöhnt. Da sie bei uns aufwachsen, sind sie ja gar keine richtigen Wildtiere“, sagt Tony Orthmann.

Kleine Fohlen und Kälber dürfen zunächst frei in der Manege laufen und sich in ihrem eigenen Tempo mit dem Zirkuszelt vertraut machen. „Anschließend üben wir mit ihnen die Kunststücke bei Musik und Applaus.“ Angst und Zwang seien dabei tabu.

Auch was Stallpflege und Fütterung angeht, achte Familie Orthmann stets auf das Wohl ihrer Tiere. Genügend Auslauf, ausgewogene Nahrung und genügend Beschäftigungsmöglichkeiten seien hier das A und O. „Wir achten bei jeder Station darauf, dass wir eine Wiese in der Nähe haben, auf der die Pferde, Zebras, Kamele, Rinder, Lamas und Esel sich austoben können“, sagt Nico Orthmann. 

Außerdem komme alle drei Monate der Hufschmied. Auch der mitreisende Tierarzt habe stets ein wachsames Auge auf die Zirkustiere. „Zirkusbesucher dürfen kein eigenes Futter von Zuhause mitbringen. Davon können die Tiere krank werden“, erklärt Andy Orthmann – und wenn es einem Tier mal schlecht gehe, leide die ganze Familie mit.

Demonstrationen vor dem Zirkuszelt kämen trotzdem immer häufiger vor. „Tierquäler werden wir genannt – dabei haben die meisten Menschen, die uns kritisieren, gar keine Ahnung, wie sehr wir uns kümmern“, sagt er. Wer ein Problem mit der Tierhaltung habe, solle sich erst ein eigenes Bild machen, rät der Dompteur.

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