1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Hofgeismar

Zuckerrübenanbauer im Kreisteil Hofgeismar erwarten gutes Ernte-Ergebnis

Erstellt:

Von: Bernd Schünemann

Kommentare

Eine große Maschine verlädt Rüben von der Miete auf einen Lastwagen zum Transport in die Zuckerfabrik.
Rübenabfuhr: Der Immenhäuser Landwirt und Dienstleister Wolfgang Kersting fährt und bedient die Maschine, die Rübenmaus heißt. Diese Miete bei Fuldatal-Ihringshausen füllte sieben Lastzüge mit jeweils 25 Tonnen Rüben. Aus der Liefermenge stellt die Waberner Fabrik etwa 25 Tonnen Zucker her. © Bernd Schünemann

Von den heimischen Zuckerrübenanbauern erfordert die lange Kampagne Geduld. Bis Anfang Februar dauert der Rübentransport in die Zuckerfabrik in Wabern.

Kreisteil Hofgeismar – Die Zuckerfabrik in Wabern steht vor einer der längsten Kampagnen: Bis zum 8. Februar wird das Werk im Schwalm-Eder-Kreis die Rüben aus der Region zu Zucker verarbeiten. 140 Landwirte bauen derzeit im Kreis Kassel Zuckerrüben an, die in das Waberner Südzucker-Werk geliefert werden, sagt Rüdiger Nagel. Er ist Geschäftsführer des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel. In dem Verband sind die Landwirte aus Nordhessen, Südniedersachsen und Westfalen zusammengeschlossen, die Rüben anbauen.

Bis 2019 auch nach Warburg

Bis 2019 lieferten die Bauern nach Warburg. Dann wurde dort das Werk geschlossen. Seit 2020 verarbeitet das Werk in Wabern die Mengen, die vorher nach Warburg gebracht worden waren. Das trägt dazu bei, dass sich die Abfuhr bis in den Februar hinzieht. Diese zusätzliche Auslastung stärke aber den Standort, sagt Jörg Kramm vom Regionalbauernverband.

Auch die erwarteten guten Erträge spielten eine Rolle, erklärt Geschäftsführer Nagel. Die Erzeuger wollen, dass ihre Ernte so früh wie möglich abgefahren wird. Denn wenn die Rüben länger liegen, kann der Zuckergehalt sinken. Südzucker zahlt eine Spätlieferprämie, um diese Verluste auszugleichen.

Logistik ist eine Herausforderung

Der Transport ist alljährlich eine Herausforderung. Die Rübenmaus – eine große Maschine – lädt die Früchte vom Feld auf Lastwagen. Das muss klappen. Sieben Lastzüge müssen allein an der Miete des Fuldataler Landwirts Benni Hördemann bereitstehen, damit alle Früchte abgefahren werden können. Innerhalb von etwa vier Minuten füllt die Maus einen Lastzug, der 25 Tonnen fasst. Die Maschine reinigt die Rüben, damit möglichst saubere Früchte abgeliefert werden. Damit bleibt der wertvolle Boden auf dem Feld. Die beste Erntezeit sind die ersten beiden November-Wochen, erklärt der Grebensteiner Christian Hartje vom Vorstand des Anbauverbandes.

Der Immenhäuser Landwirt Wolfgang Kersting organisiert diese Logistik. Er belädt die Transporter mit seiner Rübenmaus und sorgt dafür, dass die Lastzüge rechtzeitig bereitstehen. Anfang Dezember deckt der Dienstleister die Rübenhaufen mit Folien ab, um die Früchte zu schützen und die Qualität zu erhalten. Und kurz vor dem Abtransport sorgt Kersting auch dafür, dass die Folien wieder entfernt werden. Besonders an Weihnachten und zum Jahreswechsel ist Organisationstalent notwendig, damit die Abfuhr reibungslos funktioniert.

Rüben müssen geschützt werden

Der Mietenschutz mit Folien ist wichtig, um hochwertige Zuckerrüben liefern zu können. Deshalb fordert Südzucker die Abdeckung, wenn die Rüben nach dem 6. Dezember angeliefert werden. Das Unternehmen beteiligt sich aber auch hier an den Kosten für die Erzeuger.

Die Ernte erfolgt seit Jahren mit großen Maschinen. Vor 50 Jahren sah das noch anders aus. Damals wurde „mehr Erde als Rüben in die Fabrik geliefert“, erzählt Hartje. Die Erntemaschinen sorgten heute für sauberere Früchte. Damit die Abfuhr reibungslos läuft, können die Landwirte nach dem Ablauf der Sperrfristen an den Feldwegen Gehölze zurückschneiden. (Bernd Schünemann)

Auch interessant

Kommentare