Kassel Risikogebiet für Vogelgrippe

Züchter in Hofgeismar vorsichtig, aber nicht in Panik

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Züchtet Hühner, Enten und Gänse: Klaus Weß ist die vergangene Vogelgrippe noch gut in Erinnerung. Vereinskameraden mussten damals sogar Tiere töten. Der Hombresser hofft, dass der Virus Hessen nicht erreicht.

Hofgeismar. Gerade vier Jahre ist es her, dass Tiere im Kreisteil Hofgeismar von der Vogelgrippe infiziert wurden. Nun geht die Angst vor der Seuche wieder um.

Geflügelproduzenten und Züchter sind vorsichtig, aber nicht in Panik.

„Dezember 2012 werde ich nie vergessen – damals habe ich mehr als 20 Gänse und Enten töten müssen“, sagt Bernd Hampe aus Hombressen. Weiter möchte er dazu nichts sagen – nur soviel, dass die Meldung ihn schon in Aufregung versetze.

Auf die leichte Schulter nimmt auch Jörg Kramm den neusten Ausbruch der Seuche nicht. Der Grebensteiner hält auf seinem Hof 1300 Legehennen und lässt derzeit nicht mal mehr mit Schutzkleidung Fremde in den Hühnerstall. Dass es trotz aller Vorsicht keinen hundertprozentigen Schutz gibt, ist dem Landwirt klar: „Allein durch eine Maus kann der Virus schon in den Stall getragen werden.“ Sollte ein Betrieb wie der seine von der Vogelgrippe heimgesucht werden, sei nicht nur der wirtschaftliche Schaden immens, sondern auch der Ruf sei geschädigt.

Aus der Fachpresse weiß Kramm schon seit zwei Wochen, dass die Vogelpest im Umlauf ist. Für ihn heißt es nun erstmal abwarten und schauen, ob der Virus tatsächlich bis nach Hessen gelangt ist.

Für Hobbyzüchter Klaus Weß aus Hombressen wäre schon die Stallpflicht seiner Tiere eine Katastrophe. „Ich habe 40 Hühner, 20 Enten und fünf Gänse – mir fehlt der Platz, alle Tiere unterzubringen“, erklärt der 62-Jährige. Sollte diese Anordnung kommen, müsse er die Hälfte schlachten. Seit Tagen verfolgt der Züchter sämtliche Meldungen der Medien zu dem Thema, hofft, dass dieses Mal Hessen verschont bleibt. „Noch sind wir nicht in Panik, aber die Lage ist ernst und kann bedrohlich werden.“

Recht gelassen hingegen geht Waltraud Hofeditz mit der Vogelgrippe um: „Unsere Gänse sind seit November im Stall, da habe ich keine Bedenken“, so die Friedrichsdorferin. Sie empfehle den Weihnachtsbraten aus der Region zu kaufen, da sei man auf der sicheren Seite. Ähnlich entspannt sieht auch Hähnchenmäster Stefan Faupel die Lage. „Ich muss sagen, dass ich mich bisher noch nicht groß damit auseinandergesetzt habe.“ Seine Tiere seien in einem abgeschotteten Stall.

Und auch bei der Baunataler Diakonie in Hofgeismar gackern die Hühner noch fröhlich auf der Wiese. Bisher gingen sie locker mit der Lage um, verfolgten aber das Thema, um reagieren zu können, erklärt Uwe Rüddenklau, Mitarbeiter des Hofgutes.

Auch keine Anweisungen vom Veterinäramt erhalten, hatte die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen. „Gerade heute Morgen haben wir uns darüber unterhalten, dass wir zum Glück noch nicht als Risikogebiet eingestuft wurden“, sagte Geschäftsführer Christian Krutzinna am Mittag. Die Hühner seien noch unter freiem Himmel.

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