Mit Pferden in letzten Winkel

Spenden aus Hofgeismar für Südosteuropa werden dort systematisch verteilt

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Auf Pferdegespanne werden die von einem Traktor auf eine Bergkuppe gebrachten Pakete und Tüten umgeladen, um sie auch in entlegene Orte transportieren zu können. 

Es ist eine anspruchsvolle Logistik, die Günter Rüddenklau aus Westuffeln und Ottmar Rudert aus Ostheim in den zwölf Jahren ihrer großen Hilfsaktion für Südosteuropa aufgebaut haben.

Zunächst müssen die mehr als 100 Tonnen Hilfsgüter in den als Sammelstellen für die Sachspenden dienenden Scheunen in Westuffeln und Ostheim von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern auf Lastzüge verladen werden. Die Lkw bringen die Hilfsgüter anschließend zu unterschiedlichen zentralen Verteilstellen in Rumänien und der Ukraine.

Von den Verteilstellen aus werden die Güter von einheimischen Teams dann per Kleintransporter und Pickup zu den Bedürftigen gebracht. Vor Ort wiederum wachen dann die rumänischen und ukrainischen Unterstützer zusammen mit Rudert und Rüddenklau über die gerechte Verteilung der Waren.

Manche Ort liegen praktisch im Nirgendwo

Nun liegen aber manche Orte in solch abgelegenen und unzugänglichen Gegenden in den Karpaten, dass auch allradgetriebene motorisierte Fahrzeuge kaum mehr weiterkommen. Wie seit Alters her sind es in solchen Fällen Pferdegespanne, die die Güter bis in die abgelegensten Winkel transportieren. 

Die ansonsten bei Rückearbeiten im Wald eingesetzten Pferde bringen für das schwierige Gelände die nötige Trittsicherheit mit. Zwei solcher Bergdörfer wurden am Sonntag und Montag auf diese Weise beliefert. Auch hier war es wiederum der Freund und Helfer der Deutschen, Sandor Peter, der die Organisation in der Region von Miercurea Ciuc übernommen hatte. Der Landmaschinenhändler, dessen Halle als Zwischenlager dient, hatte die Spendengüter aus Nordhessen von einem Traktorgespann über den Berg bringen lassen. 

Auch mut Pferdewagen wurde geliefert

Dort wurden die Pakete und Tüten auf die Pferdewagen verladen. Zwei Stunden später hatten die Kutscher dann die Waren zum Mittelpunkt der ausgewählten Orte gebracht.

Bei den Dorfbewohnern war die Freude wiederum groß. Sie hatten an ihrem Gemeinschaftshaus auf die Fuhrwerke gewartet. Die meisten aber hatten zuvor von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, denn es war Wahlsonntag in Rumänien, wo der deutschstämmige Amtsinhaber Klaus Johannis als Favorit für die Staatspräsidentenwahl gilt. 

Die Wahl und die Spendenverteilung bot für alle Anlass zu feiern. Und auch Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau wurden aufgefordert mitzufeiern. „Diese Einladung haben wir natürlich gerne angenommen“, sagten beide.

Unser Redakteur Gerd Henke ist mit den Helfern in Rumänien unterwegs und berichtet von dort.

Hinweis: Geldspenden können weiterhin auf das Konto bei der Evangelischen Bank Kassel, IBAN DE13 5206 0410 0002 0001 05, eingezahlt werden. Verwendungszweck: „Moldawienhilfe“. Spendenquittungen werden ausgestellt. Adresse bitte angeben.

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