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Leader-Region Kassel-Land erwartet acht Millionen Euro

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Von: Bernd Schünemann

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Blick zurück in die Bauphase 2020: Regionalmanager Carsten Petry (Region Kassel-Land, von links), Bürgermeister Harald Munser und Peter Nissen (Servicezentrum Regionalentwicklung) freuen sich auf den Dorfplatz, der mit Leader-Unterstützung am Dorfgemeinschaftshaus Zwergen entstehen soll und längst fertig ist. Archi
Blick zurück in die Bauphase 2020: Regionalmanager Carsten Petry (Region Kassel-Land, von links), Bürgermeister Harald Munser und Peter Nissen (Servicezentrum Regionalentwicklung) freuen sich auf den Dorfplatz, der mit Leader-Unterstützung am Dorfgemeinschaftshaus Zwergen entstehen soll und längst fertig ist. Archi © Bernd Schünemann

Eine Kommission im hessischen Umweltministerium prüft jetzt die neuen Entwicklungsstrategien, die die 24 hessischen Leader-Regionen für die neue Förderperiode eingereicht haben. Die Leader-Region Kassel-Land rechnet mit 8,3 Millionen Euro Fördergeld

Kreisteil Hofgeismar – Die Leader-Region Kassel-Land rechnet mit 8,3 Millionen Euro Fördergeld für die neue Förderperiode, die am 1. Januar 2023 beginnt. Die Anerkennung für die Förderperiode, die von 2023 bis 2027 läuft, wird im November erwartet. Für Kleinprojekte von Vereinen und jungen Menschen will die Region davon 1,5 Millionen Euro für das Förderprogramm Regionalbudget reservieren. Das teilte die Region Kassel-Land jetzt mit. Der Verein mit Sitz in Wolfhagen ist Träger der ländlichen Regionalentwicklung im Landkreis Kassel sowie den Gemeinden Edermünde, Gudensberg und Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis.

Eines der großen Startprojekte im Kreis ist ein Berufsorientierungszentrum. Dort sollen künftig junge Menschen mehr als 100 Berufsbilder unter einem Dach kennenlernen und Kontakte zu Unternehmen knüpfen können (HNA berichtete). Das zweite Projekt betrifft das Handlungsfeld Tourismus und Naherholung; Mit der Grimmheimat Nordhessen soll ein digitales Besucherinformations- und Leitsystem eingeführt werden. Dieses System soll sowohl Gästen als auch Einheimischen Informationen rund um die Region Kassel-Land vermitteln.

Mehr als 1800 Menschen wirkten mit

Die mit Leader-Geld geförderten Projekte sollen die Wirtschaftskraft und Lebensqualität im ländlichen Raum verbessern, das Miteinander der Menschen in der Region stärken und die Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinde sichern, teilte der Verein weiter mit.

Am vorangegangenen Beteiligungsprozess haben nach Vereinsangaben mehr als 1800 Menschen mitgewirkt. Sie füllten die Entwicklungsstrategie laut Verein mit Leben: Seit Dezember 2021 fanden Veranstaltungen, Workshops und Online-Umfragen statt. Dort legten Menschen aus der Region ihre Bedürfnisse und Ideen vor.

Verein setzt auf mehr Mitwirkung

Der Verein Region Kassel-Land hat eine neue Satzung und Geschäftsordnung erarbeitet. Was bürokratisch klingt, soll mit neuen Strukturen mehr Mitwirkungsmöglichkeiten schaffen. Ein 14-köpfiges Entscheidungsgremium bewertet über die eingehenden Projektanträge. In dem Gremium sollen künftig drei Bürger aus dem Kreis mitarbeiten, die über ein Aufrufverfahren ermittelt werden. Auch zwei junge Menschen bis 20 Jahre sollen dort Sitze erhalten.

„Soziale Regionalisierung“ sei das Leitbild, das aus dieser Beteiligung entstand. Das bedeute, dass sich alle Beteiligten mit Blick auf zukünftiges Leben, Wohnen und Arbeiten in der Förderregion Kassel-Land eine aktive Gestaltung ihres Lebensraums wünschten. Die Entwicklungsstrategie umfasse neben den genannten Startprojekten andere Projekte, die im Beteiligungsprozess ausgewählt würden.

Zuversicht auf Genehmigung der Entwicklungsstrategie

Am Vereinssitz der Leader-Region Kassel-Land in der Wolfhager Kurfürstenstraße sind die Mitarbeiter der Region Kassel-Land zuversichtlich, dass das Umweltministerium ihre Entwicklungsstrategie für den Zeitraum bis 2027 genehmigt. Deshalb wurde auch schon der erhoffte Förderbetrag von 8,3 Millionen Euro ermittelt. Der errechnet sich nach Angaben von Amina Noureddine, der Sprecherin der Förderregion, anhand eines Schlüssels, der sich an der Einwohnerzahl und der Gebietsgröße der Förderregion orientiert.

Unter dem Dach der Leader-Regionen „Casseler Bergland“ (Altkreis Kassel) und „Kulturlandschaft Hessen-Spitze“ (Altkreise Hofgeismar und Wolfhagen) beraten und unterstützen die Mitarbeiter Projektträger bei der Entwicklung und Realisierung ihrer Vorhaben. Von der Idee über die Ausarbeitung des Förderantrages bis zur Bewilligung begleitet das Regionalmanagement private und öffentliche Träger bei allen Schritten hin zur finanziellen Förderung ihrer Vorhaben. Dazu kann Fördergeld von der Europäischen Union, vom Bund oder vom Land fließen. Geförderte Projekte müssen einen langfristigen öffentlichen Nutzen haben.

Leuchtturmprojekt Berufsorientierungszentrum

Ein Leuchtturmprojekt ist das Berufsorientierungszentrum, das der Kreis Kassel mittelfristig aufbauen will. Das Zentrum soll einen Beitrag leisten, um Fachkräfte und damit letztlich auch Wirtschaftskraft in der Region zu halten. Dafür hatte der Kreis im Herbst 2021 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis will die Kreisverwaltung im kommenden Herbst vorstellen. Das Berufsorientierungszentrum ist ein Projekt der öffentlichen Hand. Profitieren können aber auch Privatleute, Vereine oder Kirchengemeinden.

Für diese Vorhaben sollen 1,5 Millionen Euro im Regionalbudget zur Verfügung stehen. Leader ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur wirtschaftlichen Stärkung ländlicher Räume. Leader wird gleichzeitig als eine Methode eingesetzt, die es ermöglichen soll, die eigene Region für eine lebenswerte Zukunft mitzugestalten. (Bernd Schünemann)

Informationen zur lokalen Entwicklungsstrategie und zur Lea-der-Förderung unter les-rkl.de

REGIONALE FÖRDERPROJEKTE

Kirchhof-Gestaltung: Für den Bau eines barrierefreien Zugangs zur Kirche in Hoof hatte die Kirchengemeinde Hoof und Elmshagen 2021 eine Förderung beantragt und bekommen, sagt Amina Noureddine, Sprecherin der Förderregion. 2022 hat die Gemeinde eine Förderung für Garten- und Landschaftsbauarbeiten auf dem Kirchhof beantragt. Der Platz soll zum ruhigen Aufenthaltsort aufgewertet werden. Dafür wurden 9960 Euro beantragt.

Grillanlage: Am Startpunkt der beliebten Sondertour H1 am Habichtswaldsteig in Oberlistingen befindet sich eine überdachte Grillanlage, die der Spielmannszug Oberlistingen errichtet hatte. Die Anlage bietet Wanderern einen herrlichen Ausblick in die Warburger Börde. Damit sie für Veranstaltungen genutzt werden kann, wurden für die Anschaffung von fest installierten Sitzmöglichkeiten im Außenbereich 8630 Euro Fördergeld beantragt.

IPads für Musikschule: Die Musikschule Hofgeismar bietet an neun Unterrichtsstandorten musisch-kulturelle Angebote an. Um den Unterricht in Bad Karlshafen, Trendelburg, Espenau, Calden, Liebenau, Grebenstein, Immenhausen und Reinhardshagen zeitgemäß gestalten zu können, hat die Schule knapp 6000 Euro für zehn IPads beantragt, die Schüler und Lehrer als Austauschplattform und digitales Musikinstrumente verwenden können.

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