Hochzeiten am 20.02.2020

Hofgeismarer Paar heiratet am Schnapszahl-Datum

Heiraten Hochzeit am 20.02.2020 Tanja Temme 19.02.2020Isabel Engelhardt und Alexander Grandjot. Foto: Tanja Temme
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Sie wollen heute heiraten: Isabel Engelhardt und Alexander Grandjot geben sich im Standesamt in Hofgeismar das Ja-Wort.

Isabel Engelhardt und Alexander Grandjot geben sich am 20.02.2020 im Standesamt in Hofgeismar das Ja-Wort.

Schnapszahlen sorgen normalerweise für volle Standesämter. Besonders viele sind es allerdings nicht, die sich am heutigen 20.02.2020 im Hofgeismarer Standesamt das Ja-Wort geben wollen. Isabel Engelhardt und Alexander Grandjot sind eines von vier Paaren, die heute dort im Rathaus den Bund der Ehe eingehen.

Dass sie heute zum Ehepaar Grandjot werden, hat folgende Bewandtnis: „Mein zukünftiger Mann hat sich gewünscht, dass wir alle drei vor der Geburt unseres Kindes den selben Nachnamen tragen“, sagt die 26-jährige Erzieherin. Natürlich hätten auch sie den Frühling schöner gefunden, doch dann wäre der Bauch einfach zu groß gewesen.

Verlobung im Oktober

Als schließlich feststand, dass die beiden im Februar heiraten wollten, kamen sowohl die Brautmutter als auch eine Freundin auf die Idee, das besondere Datum mit den drei „20“ zu nehmen. „Am besten wäre es noch gewesen, um 14 Uhr, oder auch zwei Uhr, zu heiraten und sich um 14.20 Uhr das Ja-Wort zu geben, doch der Termin war schon vergeben“, bemerkt der 33-jährige Schöneberger. Dank des außergewöhnlichen Datums werde er sicher nie seinen Hochzeitstag vergessen.

Um 15 Uhr werden Braut und Bräutigam getraut – sie im schlichten vanillefarbenen Kleid und er im königsblauen Anzug. Eigentlich wollte der Agrarstudent, der Halbschotte ist, im Kilt heiraten. Doch das würde sich für die 20 minütige Trauung nicht lohnen.

Dass die gebürtige Hümmerin und der Halbschotte den Bund der Ehe eingehen wollen, steht schon seit vergangenem Oktober fest. „Da haben wir uns verlobt und ich habe Isabel einen Antrag gemacht – und zwar so, wie es sich gehört“, sagt Grandjot, der aber keine weiteren Details verraten möchte.

In Hofgeismar werden vier Paare getraut

Zusammen sind die beiden schon seit fast drei Jahren, lernten sich auf dem Hof des Jungunternehmers in Schöneberg kennen. Gemeinsam leben sie nun schon seit einiger Zeit im Haus der Oma des Bräutigams.

Obwohl der vorletzte Donnerstag im Februar gleich drei Mal eine 20 und viermal eine zwei zu bieten hat, hält sich die Anzahl der Vermählungen im örtlichen Standesamt in Grenzen. „Normalerweise geht es erst im Wonnemonat Mai richtig los, viele wollen lieber in der warmen Jahreszeit anstatt im eher trüben Februar heiraten“, erklärt Petra Wolf vom Standesamt die eher geringe Nachfrage. 

Neben dem heutigen Tag hatte und hat der Februar noch weitere schöne Daten zu bieten – „doch das Paar vom 02.02.2020 hat abgesagt und für den 22.02.2020 haben wir keine Anmeldung“, berichtet die Standesbeamtin. Jährlich nehme man rund 80 Trauungen hier vor. Normalerweise würde noch um die 50 Eheschließungen auf der Sababurg hinzukommen, doch diese sei ja derzeit geschlossen.

„Geheiratet wird bei uns gerne donnerstags und freitags, weshalb es auch schon mal zwei oder sogar drei Trauungen an einem Tag werden können“, erklärt Petra Wolf. Da es heute sogar vier Trauungen sind, hat sie sich Verstärkung von zwei Kolleginnen geholt, die am späten Vormittag und frühen Nachmittag die Frischverliebten verheiraten werden.

Im Kreisteil sagen heute nur wenige "Ja"

Auch in den anderen Standesämtern im Kreisteil Hofgeismar ist das Interesse am 20.02.2020 zu heiraten gering. Zum Zeitpunkt unserer Anfrage hatten sich neun Paare bei den Standesämtern angemeldet. „Dieser Tag ist doch nicht so gefragt, wie gedacht“, sagt auch Marina Stoll vom Standesamt in Calden. Dort gab es – genauso wie in Grebenstein, Immenhausen und Liebenau – bis vor Kurzem keine Anmeldung für eine Trauung.

Das geringe Interesse am Schnapszahl-Datum liege wohl an der kalten Jahreszeit, vermutet auch Stoll. Denn das Interesse am 09.09. und 19.09.2019 sei größer gewesen – drei oder vier Paare hätten in Calden an diesen Daten jeweils geheiratet.

An zweiter Stelle im Kreisteil Hofgeismar ist das gemeinsame Standesamt für Bad Karlshafen und Trendelburg mit drei geplanten Trauungen für den 20. Februar. Jeweils eine Anmeldung gab es zum Zeitpunkt unserer Anfrage in Reinhardshagen und Wesertal. 

Es gebe immer wieder Daten, die ein besonderes Interesse hervorrufen, sagt Holger Foerster vom Standesamt in Lippoldsberg (Wesertal). Der Standesbeamte sieht in den vergangenen zehn bis 15 Jahren eine Veränderung bei der Hochzeitsplanung. „An Wochentagen heiratet fast niemand mehr“, sagt Foerster. Das rückläufige Interesse an Schnapszahl-Daten sieht er auch darin begründet.

Früher sei traditionell am Donnerstag standesamtlich geheiratet worden, abends fand ein Polterabend statt, am Wochenende folgte die kirchliche Trauung. „Diese traditionelle Planung gibt es fast nicht mehr“, berichtet Holger Foerster. Von den bislang 15 angemeldeten Eheschließungen sind in Wesertal in diesem Jahr nur zwei an Wochentagen vorgesehen.

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