Trendprodukt soll gesund und klimafreundlich sein

Insekten-Burger im Kühlregal: Hofgeismarer Tegut hat Würmerkost im Sortiment

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Eiweißlieferant mit nussigem Aroma: Tegut-Marktleiter Stefan Hänes und Auszubildende Chiara Knipping zeigen das neue Trendprodukt. Bei einer Verkostung zeigte sich der Chef begeistert vom Geschmack der Insekten-Burger.

Insekten gelten als klimafreundliches und gesundes Essen. Nun erreicht der Food-Trend heimische Supermärkte. Im Tegut in Hofgeismar gibt es Burger aus Buffalowürmern.

Insekten in Bulettenform haben Hofgeismarer Kühlregale erreicht: Seit Kurzem bietet der Supermarkt Tegut einen Burger aus Buffalowürmern an. Ein „absolutes Trendprodukt“. Das sagt Marktleiter Stefan Hänes und schickt gleich hinter, dass Insektenpasta, Grillenmehl und Naschriegel aus Krabbeltieren bald folgen werden. Auch in anderen Filialen der Fuldaer Lebensmittelkette gibt es den ungewöhnlichen Burger.

In vielen Gegenden in Asien, Afrika oder Lateinamerika gehören Insekten längst fest auf den Speiseplan. Auch Marktleiter Hänes meint, dass diese zukünftig auch bei uns keine unwesentliche Rolle mehr einnehmen werden. „Grillen benötigen zwölf Mal weniger Futter als Rinder, 15 Mal weniger Land, 2000 Mal weniger Wasser und produzieren 100 Mal weniger Treibhausgase“, stellt er den Vergleich zur Fleischproduktion her. 

Noch gehöre die Frikadelle aus vielbeinigem Getier aber nicht zum Verkaufsschlager, „doch das wird die Zeit schon bringen“, ist sich der Filialleiter sicher, der auch selbst schon probiert hat. „Würzig, nussig, lecker und sehr sättigend“, sagt er und blendet dabei mal eben aus, dass ganze 1000 Würmer in einem Patty verarbeitet sind. Fein durch den Wolf gedreht und zerkleinert natürlich, „falafelartig“ sagt Hänes, im Biss eben bloß nicht an wurmartiges Kleintier erinnernd.

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt.

Produziert werden die Buffalowürmer in den Niederlanden, wo die Proteinlieferanten in Tausenden von übereinandergestapelten Kisten bis zur Verarbeitungsgröße heranreifen. Massentierhaltung ist bei dieser Spezies wohl kein Problem, da die Tierchen angeblich gerne eng beieinander zusammenlebten, wie Hänes erfahren hat.

Zudem scheint ein weiteres Reizthema bei der Fleischproduktion, die Tötung der Tiere, bei den Insekten eher schonend verlaufen: „Sie werden einfach runtergekühlt, fallen dann in einen Schlaf und sterben ab.“ Als nächstes werden sie dann zerkleinert, blanchiert und gefriergetrocknet, ehe sie mit Sojaprotein, Zwiebeln, Eiklar, Tomatenmark, Stärke und Gewürzen zum Burger-Patty verarbeitet werden. Nicht nur das hochwertige Protein und die zahlreichen ungesättigten Fettsäuren sind laut Hänes Grund genug, ruhig mal zu Insektenspeisen zu greifen. Auch die Gewissheit, dass „kein Antibiotika und Hormone für die Aufzucht der Tiere eingesetzt wurden“, dürfte überzeugen.

Dass Insektenprodukte nun in deutschen Supermärkten erhältlich sind, sei der Lockerung einer entsprechenden EU-Lebensmittelverordnung im Jahr 2018 zu verdanken.

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Definition: Essen aus Insekten

Damit ein Rind ein Kilogramm Masse aufbaut, benötigt es rund acht Kilogramm Futter. Bei Schweinen ist das Verhältnis 1:5. Im Vergleich dazu reichen einem Insekt zwei Kilogramm Fressen, um ein Kilogramm Biomasse zu produzieren. Die Produktion läuft so ab: Im ersten Bereich der Insektenfarmen wird der Glänzendschwarze Schimmelkäfer gehalten, aus dessen Eiern die Larven schlüpfen. Diese kommen dann in den Aufzuchtbereich, wo sie sich einige Wochen lang entwickeln.

Archivvideo: Insekten-Snack auf dem Kasseler Stadtfest 

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