Rassetauben in Grebenstein

Hombresser retten Traditionsschau des Kasseler Taubenzuchtvereins

+
Leben für Rassetauben: Seit vielen Jahren veranstaltet (von links) Günter Diegler (Burguffeln) im Kreisteil Hofgeismar die Nordhessische Rassetaubenschau, bei der auch diesmal fast 400 Tiere gezeigt wurden. Mit dabei waren auch Thomas Krogmeier (Paderborn) und Joachim Ebert (Fürstenwald). 

Seit 43 Jahren gibt es die Nordhessische Rassetaubenschau. In diesem Jahr war die Ausrichtung eine knappe Sache. 

Für Günter Diegler ist ein Kasseler Tümmler weit mehr als nur eine Taube. Für den passionierten Züchter zählt sie nicht nur zum Kulturgut der Stadt, sondern des gesamten nordhessischen Raumes. Eine Vielzahl der bedrohten Tiere konnten Besucher am Wochenende bei der Nordhessischen Rassetaubenschau in der Grebensteiner Mehrzweckhalle bewundern.

Fast 400 Spitzentiere aus mehr als 20 Rassen und Duzenden von Farbenschlägen wurden präsentiert. „Bei uns Rassetaubenzüchtern geht es nicht um das Fliegen, also die Schnelligkeit, sondern um das Aussehen, die Schönheit“, erklärt der Burguffelner. 

Hundeshampoo zur Pflege

Was das anging, hatten die Tauben einiges zu bieten: Da gurrten zarte Wiener Tümmler, kaum größer als ein Singvogel, mit dicken hühnerähnlichen Strassern um die Wette. Orientalische Roller brachten ihr Schwanzgefieder in Stellung, Altholländische Tümmler zeigten ihre schönen Federfüße. Gerade Letztere bekommen vor einer Schau natürlich noch ein Bad verpasst, landet doch immer mal ein Häufchen auf den befederten Füßen. „Ich bade meine Tiere dafür in Hundeshampoo, das vertragen sie gut“, gibt Thomas Krogmeier aus Paderborn preis. Je nach Rasse gebe es auch Züchter, die die Füße der Tauben einfetten.

Auch dieses Jahr gelang es Diegler als Vorsitzendem des Allgemeinen Kasseler Taubenzüchtervereins fast 30 Aussteller für die Schau zu gewinnen. „Allerdings war es eine knappe Sache, da elf Züchter fehlen“, sagt der 81-Jährige. Mitglieder des Hombresser Geflügelzuchtvereins retteten schließlich die Schau, denn von dort beteiligten sich fünf Züchter.

Hombresser sofort bereit mitzumachen

Dazu zählt auch Dirk Kaufmann, der dem dortigen Verein vorsteht: „Grundsätzlich gibt es in unserem Bereich inzwischen mehr Hühner- als Taubenzüchter, was an sich schon die Sache nicht einfach macht.“ Als sie gehört hätten, dass die Veranstaltung gefährdet sei, man Aussteller brauche, seien sie sofort bereit gewesen mitzumachen. Immerhin gebe es die Schau schon seit 43 Jahren, sie sei eine Tradition.

Auch Diegler selbst sieht seine Rassetaubenschau als Höhepunkt des Zuchtjahres an, ein Glanzpunkt für dessen Fortbestand er keine Garantie geben kann. „Unser Verein besteht noch aus acht Mitgliedern von denen drei nicht mehr mit anpacken können - und auch mir fällt es immer schwerer eine solche Schau auszurichten.“

Noch frönt der Taubenlieber voller Elan seinem Hobby, hält 80 Tiere aus sieben Rassen. Am längsten beschäftigt sich der Vogelfreund mit den Kasseler Tümmlern, die er nun seit mehr als 50 Jahren züchtet. Ihre elegante Gestalt, das schimmernde Gefieder und vor allem die Seltenheit machen den Vogel für Diegler zur Besonderheit. Gerade mal 120 Tiere lebten davon noch in Nordhessen, weiß der Experte. Er muss es wissen, denn er ist auch seit vielen Jahren als Preisrichter für Rassetauben tätig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.