Klappbrücke soll Zugang zur Weser schaffen – Ministerin begrüßt Idee, gibt aber kein Geld – 2013 wird Mauer saniert

Idee: Stadthafen wieder öffnen

Auf unserem Luftbild gut zu erkennen: Der Hafen mit dem 50 Meter langen Kanal zur Weser und der zugemauerten Ausffahrt. Fotos: Löschner

Bad Karlshafen. Als sie vergangenen Woche das neue Saunaboot auf der Weser taufte, sprach die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann ein spannendes Thema für die Stadtentwicklung Bad Karlshafens an: Die Öffnung des Hafenbeckens zur Weser.

Yachtkapitäne und Kanuten die auf der Weser unterwegs sind, könnten dann mitten in der Bad Karlshafener Innenstadt festmachen.

„Es handelt sich im Moment um eine Idee, zu der es noch keine konkrete Planung gibt“, teilte der Pressesprecher des Ministeriums, Ulrich Adolphs, auf Nachfrage der HNA mit. Die Ministerin sehe es als Aufgabe der lokalen Initiativen und Gremien, dieses Thema voranzutreiben, wobei das Land Hessen gern flankierend Hilfestellung und ideelle Unterstützung gebe. „Die Wiederbelebung des Hafenbeckens in einer Stadt, die den Namen Karlshafen erhalten hat, ist zwingend“, so die Überzeugung der Ministerin und des Direktors der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Karl Weber. Dass ein Hafen mitten in der Stadt wünschenswert und historisch authentisch sei, unterstreicht auch Markus Stern, Geschäftsführer der Wesertherme und designierter Stadtmarketingdirektor. „Dann ist Bad Karlshafen wieder das Tor zur Welt.“

Zwi-Zeile

Bürgermeister Ullrich Otto bestätigte, dass sich ein Arbeitskreis im Rahmen der Entwicklung des Stadtmarketingkonzeptes auch mit der Öffnung des Hafens beschäftigt habe. Wenn man im Jahr 2014 im Zuge der Sanierung der Weserbrücke die entsprechenden Spezialisten vor Ort habe, könne man das Projekt möglicherweise angehen.

Als Landgraf Carl Anfang des 18. Jahrhunderts sein Kanalprojekt in Angriff nahm, entstand der Hafen mit dem 50 Meter langen Kanal samt Schleuse zur Weser. Den Übergang auf der Weserstraße ermöglichte eine Zugbrücke, später eine Drehbrücke. 1930 wurde die Verbindung zwischen Hafen und Weser durch eine feste Brücke verschlossen. Der Kanal und ein Schleusentor zur Weser existieren heute noch. Im Falle der Reaktivierung solle die Weserstraße eine Klappbrücke bekommen, sagte Ullrich Otto. Außerdem ist wieder ein zweites Schleusentor nötig.

„Das Ensemble von Hafenbecken und der umliegenden Bebauung ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal für Bad Karlshafen“, ließ Ministerin Kühne-Hörmann nach ihrem Besuch in der vergangenen Woche mitteilen. Momentan steht die Sanierung der Hafenmauer an - die Probebohrungen, die Anfang des Jahres erfolgten, werden derzeit analysiert (wir berichteten). Im Laufe des Sommers werde das Sanierungskonzept fertig sein, mit dem Baubeginn sei 2013 zu rechnen. Das Land Hessen habe 2,2 Millionen Euro für die Maßnahme vorgesehen, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. (zlö)

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