Munitionsfund im Reinhardswald

Flächensperrung: Forstwirte stoßen auf Munition aus Zweitem Weltkrieg

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Das Areal am Langenberg ist inzwischen abgesperrt: Ein vom Forstamt aufgestelltes Warnschild weist auf die Gefahr des Betretens der Flächen hin. 

Seit fast 75 Jahren lag sie am Langenberg zwischen Gieselwerder und Gottsbüren im Waldboden. Bis zum 6. September. Da stieß ein Forstwirt beim Herstellen einer Rückegasse auf einen metallenen Gegenstand.

Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine zehn Zentimeter lange Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg, der allerdings der Zünder fehlte.

Seitdem ist das Areal abgesperrt. „Lebensgefahr! Betreten verboten“ steht auf dem roten Warnschild „Munitionsbelastetes Gelände“. Denn wie weitere Untersuchungen zeigten, fand sich hier nicht nur eine Granate, sondern gleich eine größere Menge an Munition.

Hofgeismar: Sprenggranate gefunden 

Wie Klemens Kahle, Sprecher des Forstamtes Reinhardshagen, mitteilt, handelt es sich bei dem Fund um amerikanische Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Die hatte die US-Armee nach ihrem erfolgreichen Vorrücken offenbar selber gesprengt, um sie unschädlich zu machen. Durch die Sprengung sei ein Krater im Waldboden entstanden, in den die Munitionstrümmer abrutschten.

Die nach dem Munitionsfund vom Forstamt informierte Polizeistation Hofgeismar verständigte daraufhin das Regierungspräsidium Darmstadt, das den Kampfmittelräumdienst (KMRD) für ganz Hessen koordiniert.

Da es sich hierbei um eine landeseigene Liegenschaft (Hessen Forst) handelt, habe der KMRD vor Ort unmittelbar eine kleinflächige Test-Sondierung durchgeführt, berichtet die Pressestelle des RP Darmstadt auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei seien an zwei Stellen weitere Sprenggranaten gefunden worden.

Da aufgrund dieser Funde von weiteren belasteten Stellen in dem Gebiet am Langenberg auszugehen ist, hat Hessen Forst die Waldfläche zum Betreten durch Fußgänger und Befahren durch Mountainbiker gesperrt. Auch Forstarbeiten wurden dort eingestellt.

Im Januar würden die Kampfmittelräumer dort weitere großflächige Test-Sondierungen starten, so das RP Darmstadt. Das Forstamt habe auch diese Testflächen bereits absperren lassen.

5000 Einsätze pro Jahr

Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) des Landes Hessen ist beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt angesiedelt. Bei Gefahr im Verzug werden die Gefahrenabwehr-Behörden (Polizei/Kommunen) sofort verständigt und das betroffene Gebiet in Absprache mit dem KMRD evakuiert. Der KMRD wird pro Jahr im Schnitt 500 Mal zu Funden von Granaten, Munition und Bomben gerufen. Im Schnitt müssen jährlich 35 Bomben entschärft oder gesprengt werden. Insgesamt werden so jedes Jahr rund 100 Tonnen Munition entsorgt.

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