Jubiläumsfeier in Mariendorf

1000 Jahre Reinersen: Reges Treiben auf dem Fest

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Voilà, Mes Dames: Die Mariendorfer Vokal- und Instrumentalgruppe mit Gabi Kiefer, Barbara Kuhnen, Barbara Jöst, Ulla Jöst und Annette Karsten (von links) trat im „Nachbau“ der Kirche von Reinersen auf.

Mindestens 1000 Jahre alt ist der wüst gefallene Ort Reinersen in der Nähe von Mariendorf. Der Geschichts- und Heimatverein hat dieses Jubiläum nun ausgiebig gefeiert.

Reinersen lebt. Dafür sorgte mit vielfach bewundertem Engagement der Heimat- und Geschichtsverein Mariendorf zumindest für einen Tag. Mariendorfer, Immenhäuser und weitere Gäste kamen in großer Zahl am Original-Siedlungsort des wüst gefallenen mittelalterlichen Reinhardswalddorfes zusammen, um ausgiebig zu feiern. Der Anlass: 1000 Jahre seit der urkundlichen Ersterwähnung von Reinersen, seinerzeit amtlicher Verwaltungssitz des königlichen Forstes. Die Wüstung liegt am Waldrand unweit der Jahrhunderte später gegründeten Hugenottenkolonie Mariendorf.

Theaterstück zum Jubiläum

Am Festtag traf Fantasie in Programm und Kostümen auf Authentizität. Exakt am Standort des im Frühjahr bei einer Bodenuntersuchung nachgewiesenen Gotteshauses von Reinersen hatten die Organisatoren mit dem Vorsitzenden Carsten Siebert an der Spitze einen „Nachbau“ geschaffen. Die Steinmauern der Holzhäuser Kirche auf Fotostellwänden und ein Arrangement aus Strohballen schufen die attraktive Kulisse für mehrere Musikdarbietungen und ein historisches Anspiel zur Eröffnung. Geschrieben hatte das kleine Stück Pfarrer i.R. Friedemann Seiler. 

Die szenische Darstellung der Schenkung des Forstes durch Kaiser Heinrich II. an das Bistum Paderborn, einschließlich berittenen Akteuren, begeisterte das Publikum. Der Auftritt von Nonnen, Mönchen, Bischof und Kaiser samt Gattin Kunigunde erlaubte eine imaginäre Rückblende um 1000 Jahre.

Der Sturz einer Reiterin nach der Aufführung, der zum Notarzteinsatz mit Rettungshubschrauber führte, löste zwar einen Schrecken aus. Der Unfall hatte aber nach Veranstalterangaben keine gravierenden Folgen für die Gestürzte, wie sich später im Krankenhaus herausgestellt habe.

Mittelaltermusikanten wie Dingo und die junge Band Unvermeydbar unterhielten die Besucher ebenso wie die Mariendorfer Vokal- und Instrumentalgruppe „Mes Dames“. Mit Gulasch vom Wildschwein aus dem Reinhardswald kam auch die kulinarische Versorgung stilecht daher. 

Weiter Führungen zu Reinersen

Mariendorf zählt nur 450 Einwohner, bietet aber mit seinem hugenottischen Ursprung und der Wüstung Reinersen ein weites Betätigungsfeld für den Heimat- und Geschichtsverein. Dem Verein gehörten bisher 46 Mitglieder an, drei weitere kamen bei der Festveranstaltung hinzu. Außer im Winter bietet der Verein Führungen mit Schwerpunkt Reinersen auf dem Eco-Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf sowie zur Hugenottengeschichte in Mariendorf selbst an. Auch Gruppen können Termine auf Wunsch buchen. Kontakt: Carsten Siebert, 05673/911602, oder kontakt@heimatverein-mariendorf.de.

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