Zugehörigkeit gekündigt

Ärger um Naturpark-Beitrag - Stadt Immenhausen ist Mitgliedschaft zu teuer

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Das erste Naturpark-Projekt: In Immenhausen hat der Naturpark den Wanderparkplatz am Zentrum Pfadfinden angelegt. Von dort geht es auf ausgeschilderte Rundwanderwege. Der Parkplatz wurde im Januar übergeben. Mit dabei waren die stellvertrende Geschäftsführerin Sarah Basler (links) und Vizelandrat Andreas Siebert (rechts).

Der Naturpark Reinhardswald erhebt ab 2020 erstmals Beiträge von seinen Mitgliedskommunen: Fünf Euro müssen sie je Einwohner zahlen. Für die Stadt Immenhausen ist das zu viel.

Das macht bei gut 40.000 Einwohnern etwas mehr als 200.000 Euro jährlich, die der Park für seine Arbeit braucht. Die Mitglieder hatten den Beiträgen zuvor zugestimmt.

Bisher haben die sechs Mitgliedskommunen 1,60 Euro je Einwohner und Jahr an die Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) gezahlt. Die Arbeitsgemeinschaft wird zum Jahresbeginn mit dem Naturpark zusammengeführt. Über den TAG-Beitrag hinaus zahlen die Städte und Gemeinden künftig 3,40 Euro je Einwohner als Beitrag, zusammen also fünf Euro.

Mitgliedschaft gekündigt

Der Stadt Immenhausen ist das aber zu viel. Deshalb hat sie die Mitgliedschaft gekündigt. Der Kündigung stimmten die Stadtverordneten am Donnerstagabend zu. Allerdings wollen sie zunächst noch die zweijährige Kündigungsfrist abwarten und beobachten, wie sich der Tourismus durch den Naturpark entwickelt. Bis Ende 2021 soll endgültig über den Austritt entschieden werden.

Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung beim Kreis, wies auf HNA-Anfrage darauf hin, dass die Mitglieder Bad Karlshafen, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Liebenau und Trendelburg erstmals zur Kasse gebeten werden. Bisher konnte der Naturpark darauf verzichten, weil das Land eine dreijährige Startförderung gewährt hatte. Der Beitrag sei „so moderat wie möglich gestaltet“, ergänzte Nissen. Der Landkreis, ebenfalls Mitglied im Naturpark, bedauere die Ankündigung Immenhausens, den „vielversprechenden kommunalen Zusammenschluss zu verlassen“.

Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung

Nissen, der im Servicezentrum auch für Tourismus zuständig ist, verweist darauf, dass der Naturpark auf der Basis eines mit allen Beteiligten intensiv diskutierten Konzeptes im Mai 2017 gegründet wurde. Die Parlamente hätten damals Mitgliedschaft und Satzung zugestimmt. Und die Satzung sehe in Paragraf 6 vor, dass Mitgliedsbeiträge erhoben werden. Über die Höhe entscheidet die Mitgliederversammlung.

Sechsköpfiges Team für den Naturpark

Naturschutz, Regionalentwicklung, Umweltbildung und nachhaltiger Tourismus sind die Hauptaufgaben des Naturparks Reinhardswald. Er ist unter anderem zuständig für eine intakte Erholungsinfrastruktur, zum Beispiel Wander- und Radwege. Wichtig ist die Förderung des sanften, naturnahen Tourismus. Außerdem bietet er Umweltbildung und Informationen zu nachhaltiger Entwicklung. Ein sechsköpfiges Team (Leitung Bianka Zydek) arbeitet für den Naturpark.

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