Auf Kirmes verliebt

Helga und Wilhelm Fuchs aus Immenhausen feiern heute 60 Jahre Ehe

Früh gefreit – nie gereut: Helga und Wilhelm Fuchs feiern ihren Diamantenen Hochzeitstag.
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Früh gefreit – nie gereut: Helga und Wilhelm Fuchs feiern ihren Diamantenen Hochzeitstag.

Manchmal weiß man es einfach, wenn man den Partner fürs Leben findet. Gerade mal 16 Jahre alt war Helga Fuchs, als sie ihren Wilhelm traf.

Immenhausen – Heute feiert das Paar seinen Diamantenen Hochzeitstag. Ein wenig musste Helga Fuchs, geborene Stückrath, dem Glück jedoch auf die Sprünge helfen. Die 16-Jährige „kellnerisierte“ damals in ihrem Heimatort Metzebach auf der Kirmes, als sie den jungen Wilhelm Fuchs traf. Damit man sich nicht allzu schnell wieder aus den Augen verlor, tauschte sie kurzerhand mit einer Kollegin die Tische und der Flirt konnte ungehindert seinen Lauf nehmen. „Mir hat alles an ihr gefallen“, erinnert sich der 82-Jährige, „ihr Temperament war beeindruckend.“ Deshalb fackelte er auch nicht lange und holte sie schon bald in seine Heimat nach Immenhausen auf den elterlichen Hof. 1961 wurde bei schönstem Wetter Hochzeit gefeiert und schon bald vergrößerte sich die junge Familie um zwei Söhne. Heute freut sich das Ehepaar, dass auch vier Enkel zur Familie gehören.

Start ins Eheglück: Helga und Wilhelm Fuchs bei Ihrer Hochzeit.

Die Arbeit auf dem Hof war der jungen Frau nicht fremd, aber dennoch war sie sehr anstrengend. „Wir hatten keine Zeit für Hobby – unser Hobby war die Landwirtschaft“, so die 78-Jährige, deren Gesundheit heute angeschlagen ist. „Die Gartenarbeit musste mitgemacht werden, das war einfach so. Aber besonderen Spaß hat es nicht gemacht.“

„Unsere Eltern waren schon alt, wir waren alleine. Hilfe hatten wir nicht“, erklärt Wilhelm Fuchs und fügt hinzu, dass man oft bis in die Nacht hinein gearbeitet hätte.“ Kühe, Schweine, Schafe, Pferde, Hühner – all das und noch mehr war auf dem Aussiedlerhof zu finden, bis man 1982 die Landwirtschaft aufgab.

Harte Arbeit auf dem Hof

Bis dahin war es harte Knochenarbeit, den Hof zu unterhalten. Unterstützung durch Maschinen war vielfach nicht möglich, weil die Ställe so eng gebaut waren. Also wurden die Tiere in Handarbeit versorgt. „Mein Vater war noch Pferdemeister“, erinnert sich der Landwirt, „selbst ich habe noch in den 70er Jahren mit Pferden auf dem Feld gearbeitet.“

Als Wilhelm Fuchs seinen Führerschein machte und ein Auto kaufte, kam die Familie in den Genuss kleinerer Ausflugsfahrten in die Umgebung. Erst später, als der Sohn aktiv auf dem Hof helfen konnte, war auch mal ein Kurzurlaub für das Ehepaar möglich. „Ein paar Tage Cuxhaven. Das reichte“, sagt Helga Fuchs, die sich auf die Feier im kleinen Familienkreis freut.

„Nicht warten, bis die Bombe platzt, sondern beizeiten über Probleme reden“, gibt das Ehepaar Fuchs als Ratschlag für junge Paare mit auf den Weg. „Es darf auch mal in der Beziehung knirschen, aber man darf nicht nachtragend sein. Denn am nächsten Tag muss der Streit vergessen sein.“ (Gitta Hoffmann)

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