SPD fordert Ministerium auf, Konzepte zu ändern

Augenarzt-Debatte in Immenhausen: Zweigpraxis als Lösung?

Immenhausen. Dass in Immenhausen dringend ein Augenarzt benötigt wird, bestätigt auch die SPD-Fraktion.

„Wartezeiten von drei Stunden bei Augenärzten sind die Regel – leider nicht die Ausnahme, heißt es in einer Stellungnahme. „Wir fordern daher das Hessische Sozialministerium als Fachaufsichtsbehörde auf, im Sinne der Patienten und weniger im Sinne der Ärzte die Versorgungsdichte des Landes mit Ärzten neu zu überdenken. Die Bedarfspläne müssen neu diskutiert werden.“

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Damit unterstützt die SPD das Bemühen der CDU, die sich vor Kurzem bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen dafür eingesetzt hatte, den Weg frei für einen Augenarztsitz in Immenhausen zu machen. Der Grund: Immenhäuser müssen theoretisch Augenärzte in der Umgebung aufsuchen, also in Hofgeismar, Vellmar oder Fuldatal. In der Praxis geht das aber offenbar nicht ohne Weiteres. „Entweder nehmen die Augenärzte gar keine Patienten mehr auf oder nur mit Wartezeiten von drei Monaten und länger“, heißt es von SPD und CDU. Trotzdem besteht laut KV zurzeit keine Chance auf einen Augenarzt-Sitz in Immenhausen, weil die Stadt durch andere Kommunen mitversorgt sei, sagt ein Sprecher.

Anstatt an dem jetzigen Planungskonzept zur ärztlichen Versorgung festzuhalten, das die KV nach Einwohnerzahlen und zusammengefassten Gebieten errechnet, fordert die SPD: „Es wäre besser, den Landkreisen die Gelegenheit zu geben, zusammen mit den jeweiligen KV’s und den Krankenkassen regionale Versorgungskonzepte zu entwickeln, die die wirklichen Bedürfnissen der Bevölkerung berücksichtigen“, sagt Hebert Rössel, Immenhausens Altbürgermeister.

Er bringt auch ins Spiel, dass man sich um Augenärzte bemühen sollte, die bereits eine Praxis im Landkreis Kassel betreiben und Interesse an einer Zweigpraxis in Immenhausen haben.

Laut Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel ist es Ärzten zwar ungeachtet den Versorgungsplänen möglich, eine zweite Praxis zu eröffnen, aber nicht leicht umzusetzen. „Der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung muss dies bewilligen.“ Ihm sei allerdings nur ein Beispiel bekannt, wo der Ausschuss tatsächlich eine Zweigpraxis zugelassen habe. „Dieses Gremium handelt absolut intransparent, außerdem sind seine Entscheidungen nicht nachvollziehbar“, sagt Kühlborn. „Es ist eine Katastrophe."

Auf Bundesebene beschlossen

„Den Kassenärztlichen Vereinigungen obliegt die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums für Soziales und Integration. Hierfür erstellen sie auf Basis der auf Bundesebene beschlossenen Bedarfsplanungs-Richtlinien einen Bedarfsplan zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat keinen Einfluss auf diese Richtlinien, da es sich hierbei um Vorgaben auf Bundesebene handelt. Eine etwaige Beanstandung des Bedarfsplans ist seitens des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration nur dann gegeben, sofern dieser nicht dem Gesetz oder sonstigem maßgebenden Recht entspricht.“ 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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