Großer Andrang bei Bürgerversammlung

Bürger fordern schnelles Internet für Holzhausen

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Gut besucht: Fast 200 Personen nahmen an der Bürgerversammlung in Holzhausen teil, um ihren Wunsch nach Anschluss an ein schnelleres Internet zu unterstreichen.

Immenhausen. Das Problem der schlechten Internetversorgung brennt den Holzhäuser Bürgern unter den Nägeln. Das zeigte sich bei der Bürgerversammlung im voll besetzten Bürgerhaus.

Die 140 gestellten Stühle reichten nicht aus, sodass noch 60 hinzugestellt werden mussten. Nach vielen Fakten und Redebeiträgen war klar, dass die Holzhäuser selbst aktiv werden müssen, damit sich etwas ändert. Schon 400 Einwohner haben sich bei der neuen Bürgerinitiative als Interessenten für einen Glasfaseranschluss gemeldet. Es sind aber noch viel mehr nötig, damit es vorangeht.

Nach der Einführung durch Bürgermeister Jörg Schützeberg erläuterte Andreas Spiegel von der Strategieberatung Micus, die Städte und Landkreise zum Breitbandausbau berät, dass derzeit keine staatlichen Zuschüsse zum Glasfaserausbau möglich sind. Machbar ist nur ein privatwirtschaftlicher Ausbau möglicherweise mit finanzieller Beteiligung der Bürger. Zwar habe der in Holzhausen tätige Anbieter ACO angekündigt, darüber nachzudenken, in den nächsten drei Jahren die Internetgeschwindigkeit auf 30 Mbit/Sek. zu erhöhen, doch es gebe keine Möglichkeit, dies auch durchzusetzen. Unterdessen hat Micus zwei Anbieter ausfindig gemacht, die sich vorstellen könnten, im Landkreis Glasfaser bis ins Haus zu verlegen. Sie würden aber im Gebiet mit den höchsten Gewinnerwartungen anfangen und eine Zeitvorgabe sei nicht möglich.

Die einzig zukunftssichere Variante ist nach Andreas Spiegels Angaben die Glasfaser bis ins Haus (FTTB), um wirklich schnelle Verbindungen zu erhalten. Die von einigen Unternehmen genutzte Technik Glasfaser bis zum Straßenverteiler (FTTC) sei nur ein Provisorium. Die Baukosten für ganz Immenhausen mit 2311 Adressen werden auf 6,2 Mio. Euro geschätzt, für Holzhausen auf 1,6 Mio.

Die neue Bürgerinitiative berichtete über ihre bisherigen Erfolge, unter anderem in Zusammenarbeit mit Niclas Roth, der für Unitymedia solche Glasfaser-Ausbauprojekte bereits in anderen Orten erfolgreich abgeschlossen hat. Grundsätzlich habe das Unternehmen Interesse, das Netz auszubauen - dies sei aber von einer Mindestzahl an Interessierten abhängig.

Ein Ausbau mit Glasfaser würde eine erhebliche Wertsteigerung der Grundstücke bedeuten, die lokale Wirtschaft und den Wert von Grundstücken und Wohnungen fördern. Eine Selbstbeteiligung würde weit unter der Höhe der zu erwartenden Wertsteigerung liegen.

Kai Knauf

Die emotionalen und energischen Aussagen und Fragen der Holzhäuser machten klar, dass ein sehr großes Interesse am Glasfaserausbau besteht, stellte Kai Knauf von der BI fest. Da ACO sich die Vorherrschaft über die Telekom-Straßenverteiler gesichert habe, bleibe nur der Weg über ein separates Glasfasernetz. Hier favorisiere man Unitymedia, dessen Planungs- und Bauabteilung in Kassel sitze, sei aber offen für weitere Anbieter. 

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