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Heute, am „11.2.“, wirbt der ASB für die lebensrettende Telefonnummer

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Von: Sascha Hoffmann

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ASB-Auszubildende Maike Gräbe und Notfallsanitäter Uli Labuske vor einem Rettungswagen
Sie rücken aus, wenn über die 112 Hilfe gerufen wird: ASB-Auszubildende Maike Gräbe und Notfallsanitäter Uli Labuske starten in Immenhausen mit dem Rettungswagen. Vertrauen in die Kollegen © Sascha Hoffmann

Der 11. Februar macht Jahr für Jahr auf drei überlebenswichtige Zahlen aufmerksam: Unter 112 sind Feuerwehr und Rettungsdienst zu erreichen.

Immenhausen – Wenn er seinen Dienst in der Rettungswache antritt, muss Uli Labuske immer mit dem Schlimmsten rechnen. Und doch bewahrt er stets die Ruhe, wenn die Kasseler Leitstelle über seinen digitalen Funkmelder zum Einsatz ruft.

„Über ein Einsatzstichwort erhalten wir erste Informationen, worauf wir uns einstellen müssen“, sagt er. Und berichtet von üblicherweise zwei Minuten, die ihm und seinen Kollegen bleiben, um im Notfall im Rettungswagen zu sitzen und die Einsatzbereitschaft zu melden.

Damit die Anfahrt zum Einsatz erleichtert und so wichtige Zeit gewonnen werden kann, hilft das Navigationssystem Rescuetrack. „Es kommt schließlich auf jede Minute an“, sagt Labuske. Er verweist auf die im Hessischen Rettungsdienstgesetz festgelegte Zehn-Minuten-Hilfsfrist: Nach der müssen die Ersthelfer in 90 Prozent der Notfalleinsätze innerhalb von zehn Minuten und in 95 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein.

„Meist funktioniert das auch“, sagt der Notfallsanitäter mit einer Gelassenheit, die er nach knapp 34 Jahren im Dienst gewonnen hat. Ihn kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Er weiß schließlich nicht nur genau, was wann zu tun ist, er weiß auch, dass er sich immer voll und ganz auf seine Kollegen verlassen kann. Allein im Einsatz ist der 53-Jährige nämlich nie, mit an Bord ist mindestens ein weiterer Kollege, manchmal auch ein Auszubildender.

So wie Maike Gräbe, die über die Feuerwehr zum Rettungsdienst kam und seit Herbst 2019 dabei ist. Bei ihr kann es schon noch vorkommen, dass das Herz etwas schneller klopft, dann vertraut sie auf ihre erfahrenen Kollegen. „Wir tauschen uns untereinander nach schwierigen Fällen immer intensiv aus. Reden ist an der Stelle ganz wichtig, um belastende Erfahrungen verarbeiten zu können“, sagt die 21-Jährige. Sie wirkt trotz ihres jungen Alters schon ziemlich routiniert, wenn sie über ihre Arbeit im Rettungsdienst berichtet.

Die Rettungswagen seien vergleichbar mit einem rollenden Arztzimmer: Von einem mobilen EKG-Gerät mit Defibrillator über Beatmungsgerät bis hin zur Absaugpumpe sei alles an Bord, was im Notfall gebraucht werde. Diagnostikzubehör wie Blutdruckmessgerät, Stethoskop, Fieberthermometer und Blutzuckermessgerät dürfen da ebenso wenig fehlen wie Medikamente, Verbands- und Schienungsmaterial sowie allerlei Rettungstechnik von der Vakuummatratze bis zum Tragestuhl.

Der ist mit einem für den Rettungsdienst rückenschonenden Raupensystem ausgestattet, um den Patiententransport treppauf und treppab zu erleichtern. Auch ein Spineboard ist mit an Bord, laut Gräbe ein Hilfsmittel zur Rettung verunglückter Menschen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist.

„Die Ausstattung hat sich mit den Jahren enorm verändert“, sagt Michael Görner, der sich mit Kollegin Judith Ehret die Geschäftsführung des ASB-Regionalverbands Kassel-Nordhessen teilt. „Rund 180 000 Euro kostet ein Rettungswagen inklusive Ausstattung.“ Eine Investition, mit der Uli Labuske, Maike Gräbe und ihre Kollegen bestens gerüstet sind, auch wenn sie mit dem Schlimmsten rechnen müssen. (Sascha Hoffmann)

300 Notfall- und Rettungssanitäter sind beim ASB tätig

Der Regionalverband Kassel-Nordhessen des Arbeiter-Samariter-Bundes unterhält laut Geschäftsführerin Judith Ehret in Stadt und Landkreis Kassel neun Rettungswachen. Sie stehen in Baunatal, Bad Emstal, Habichtswald, Immenhausen, Kassel-Bettenhausen, Kaufungen, Lohfelden und Schauenburg. Insgesamt sind in den neun Wachen knapp 300 Mitarbeiter als Notfall- und Rettungssanitäter mit 30 Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen und einem Baby-Notarztwagen im Einsatz. Im vergangenen Jahr zählte der ASB in diesen Wachen rund 46 000 Einsätze. Immenhausen allein verzeichnete 2147 Rettungs- und 1214 Krankentransporte.

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