Bürger sollen sich beteiligen

Dorfentwicklung in Immenhausen beginnt

Die Immenhäuser Innenstadt als Luftbild.
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Blick auf die Immenhäuser Kernstadt mit dem Entenloch (das weiße Gebäude vorn). Das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (Ikek) wird auch für die beiden Stadtteile Holzhausen und Mariendorf aufgestellt. Alle drei Stadtteile werden von der Dorfentwicklung profitieren.

Die Stadt Immenhausen soll fit für die Zukunft gemacht werden. Und daran sollen möglichst viele Immenhäuser mitwirken.

Immenhausen - Diese Aufgabe verbirgt sich ganz verkürzt hinter dem „Ikek“, dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept. Dieses Konzept wird jetzt für Immenhausen erarbeitet. Dazu Fragen und Antworten.

Das klingt nach Arbeit. Was steht zunächst an?

Zu Beginn der Ortsentwicklung erarbeiten die Beteiligten eine Gesamtstrategie. Die ist gewissermaßen das Fundament für die nächsten Jahre. Darin wird festgelegt, welche öffentlichen Vorhaben umgesetzt werden – und welche Fördergebiete für private Vorhaben ausgewiesen werden. Die Stadtverordneten entscheiden im Februar 2022 über das Konzept. Die Vorhaben sollen bis Ende 2027 umgesetzt werden.

Jörg Schützeberg
Wer ist daran beteiligt?

Die Stadt hatte zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen, an der etwa 40 Immenhäuser teilnahmen. Mit dieser Zahl ist man im Rathaus sehr zufrieden, sagen Bürgermeister Jörg Schützeberg und Kämmerer Lars Obermann. Hinzu kamen die zwölf Mitglieder der Steuerungsgruppe, Obermann ist deren Vorsitzender. Das war bisher die Beteiligung von Immenhäuer Seite. Das Planungsbüro Arbeitsgruppe Stadt (AG Stadt) aus Kassel bearbeitet Vorschläge und Anregungen und stellt das Konzept auf. Wichtig ist die Einbindung möglichst vieler Immenhäuser.

Für welchen Bereich gilt das Entwicklungskonzept?

Darüber freut man sich in der Stadtverwaltung: Das Konzept wird nicht für einen einzelnen Ort erarbeitet, sondern gilt für die Kernstadt Immenhausen und die beiden Stadtteile Holzhausen und Mariendorf.

Was hat die AG Stadt bisher über Immenhausen herausgefunden?

Die Arbeitsgruppe hat zunächst die Stärken und die Schwächen Immenhausens untersucht. Die wurden auch bei der Auftaktveranstaltung vorgestellt. Zu den Stärken zählen bekanntlich die günstige Lage im Umfeld Kassels, die Regiotram-Verbindung, das gute Arbeitsplatzangebot (Lungenfachklinik, modernes Gewerbegebiet mit attraktiven Arbeitsplätzen).      Als Pluspunkt hat die AG auch das attraktive städtebauliche Erscheinungsbild genannt und das rege Vereinsleben. Alles zusammen führt dazu, dass die Bevölkerung in den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben ist und dass es eine überdurchschnittliche Zuwanderung von Familien gibt.

Und die Schwächen?

Die AG Stadt erwartet bis 2035 einen Bevölkerungsrückgang um sieben Prozent. Das Durchschnittsalter wird steigen. Die Planer rechnen mit einer Konzentration älterer Bewohner in Siedlungsgebieten, die zwischen 1930 und 1970 entstanden. Das hat möglicherweise später dort Leerstand zur Folge.      Als weitere Schwachpunkte sieht die AG begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten in der Kernstadt und zu wenig wohnungsnahe Parkplätze. In Immenhausen und Holzhausen fehlen Freiflächen. Außerdem könnten touristische Potenziale besser genutzt werden.

Was sind die Ziele der Dorfentwicklung?

Da steht ein Ziel im Mittelpunkt: die Gestaltung der Orte als attraktiver und lebendiger Lebensraum. Dazu sind die Stärkung der Ortskerne, die Sicherung der Nahversorgung und der Infrastruktur wichtig. Aber auch der Erhalt des bau- und kulturgeschichtliches Erbes der Orte.

Ist schon klar, welche Wünsche es für Immenhausen, Holzhausen und Mariendorf gibt?

Ideen gibt es schon, die Entscheidung trifft später das Stadtparlament. Lars Obermann nennt für Holzhausen die Sanierung des Bürgerhauses und des Gebiets am Fröscheteich. In Mariendorf schlägt die Stadt die Erneuerung der Freizeitanlage, des Hugenottenteichs und des Friedhofs vor. Und für Immenhausen die Attraktivierung der Freizeitanlage Großes Loh, des Freibades, die Gestaltung des Schulplatzes sowie die weitere Gestaltung des Entenlochs im Umfeld des Neubaus.

Lars Obermann, Vorsitzender der Steuerungsgruppe
Dorfentwicklung kostet Geld. Wie viel Geld steht zur Verfügung und welche Förderung gibt es?

Die Höhe der Fördersumme für die Stadt steht noch nicht fest. Die ausgewählten Projekte werden mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst.

An wen wenden sich Immenhäuser, die Ideen oder Fragen haben?

Ansprechpartner ist Lars Obermann, der Vorsitzende der Steuerungsgruppe. Obermann ist im Rathaus erreichbar unter Tel. 05673/503 140 oder per Mail an lars.obermann@immenhausen.de (Bernd Schünemann)

Erstes Ikek-Forum am 21. Juli

nzwischen steht der Termin für das erste öffentliche Ikek-Forum fest: Das beginnt am Mittwoch, 21. Juli, um 19 Uhr im Bürgerhaus in Holzhausen. Das hat die Stadt angekündigt. Interessenten können Arbeitsgruppen bilden, um konkrete Ideen zu diskutieren und auszuarbeiten. 

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