Sport für Herzkranke beim TSV Immenhausen

Ein Herz für Kranke

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Notfallausrüstung: Für ihre neue Herzsportgruppe konnte die TSV Immenhausen dank Sponsoren einen Defibrillator und einen Notfallkoffer anschaffen. Für die Unterstützung dankten 1. Vorsitzender Christian Reiser und Kassenwart Lars Obermann (Mitte, von links) den Unterstützern (von links) Beate Jungk, Hartmut Niederle-Renken und Lars Glindmeyer, rechts TSV-Geschäftsstellenleiterin Lilia Mall.

Immenhausen. Für Menschen die einen Herzinfarkt erlitten haben oder unter einer chronischen Herzerkrankung leiden, gibt es ein spezielles Training. 

Lässig lassen die Männer und wenigen Frauen im mittleren bis höheren Alter grüne und rote Pezzibälle über den Boden der Jahnturnhalle kullern. Ein paar Mal hin und her zwischen zwei Partnern. Dann geht's ans Werfen der superleichten Riesenkugeln. Diese Sportlergruppe strebt nicht nach Höchstleistung, Hauptsache körperlich aktiv sein. Menschen wie sie, die einen Herzinfarkt erlitten haben oder unter einer chronischen Herzerkrankung leiden, finden bei der TSV Immenhausen neuerdings eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene sportliche Heimat.

Der ambulante Herzsport bildet die dritte Säule des Immenhäuser Rehabilitationssportangebots - nach Rehasport Orthopädie und Lungensport. Bälle, Therabänder und Ringe dienen hier unter der qualifizierten Anleitung von Jacqueline Schwind-Schrader als bevorzugte Sportgeräte. Wichtig: Die Übungsleiterin ist für das Training von Herzpatienten lizensiert, und immer steht die Übungsstunde unter Aufsicht eines Mediziners. Dank der Unterstützung durch Sponsoren (Kasseler Bank eG, Steuerberatung Drube Jungk & Kollegen, VAV-hpv GmbH und H+W Werner Höhmann GmbH) konnten ein Defibrillator und ein Notfallkoffer sowie Gymnastikmatten und Bälle für die neue Gruppe angeschafft werden.

Bis zu 20 Teilnehmerplätze stehen bei der TSV zur Verfügung, acht sind noch unbesetzt. Neben der Bewegungstherapie bietet das Angebot auch Gelegenheit, in familiärer Atmosphäre psychisch Halt unter Gleichgesinnten zu finden und sich über die Bewältigung von Alltagsproblemen auszutauschen. Herzsport ist auch für Diabetiker geeignet. Voraussetzung für die unentgeltliche Aufnahme von Herz-Kreislauf-Erkrankten und Diabetikern in die neue Gruppe ist eine haus- oder fachärztliche Verordnung über Rehasport (siehe Hintergrund). Kostenträger sind dann die Krankenkassen. Eine Mitgliedschaft in der TSV ist nicht erforderlich. Im Verein wird aktuell über die Eröffnung einer weiteren Herzsportgruppe nachgedacht: für Interessierte ohne ärztliche Verordnung, die dann allerdings selbst zahlen müssten.

Seit zwei Jahren bemüht sich die TSV nach Auskunft ihres Vorsitzenden Christian Reiser intensiv, ältere Menschen mit heute passiver Mitgliedschaft ins aktive Vereinsleben zurückzuholen, etwa auch mit dem Gesundheitssport 60plus. Reiser ist überzeugt: Bei entsprechenden Angeboten ist niemand zu alt für den Vereinssport.

Patienten können bis zu zwei Jahre am Herzsport teilnehmen. In der Regel werden von den Krankenkassen 90 Trainingseinheiten bezahlt. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung. Nach der Ausstellung durch den behandelnden Arzt gilt es, die Kostenübernahmeerklärung bei der Krankenkasse einzuholen. Nächster Schritt ist die Kontaktaufnahme mit der Geschäftsstelle der TSV, dabei muss die ärztliche Verordnung mitgebracht werden. Wenn in der Herzsportgruppe Platz ist, steht einem Start ins Spezialtraining nichts mehr im Weg.

Die Herzsportgruppe der TSV Immenhausen trifft sich (außer in den Schulferien) mittwochs von 18.45 bis 19.45 Uhr in der Jahnturnhalle. Auskünfte auch bei der TSV-Geschäftsstelle (Ansprechpartnerin ist Lilia Mall), Grebensteiner Straße 4, montags bis mittwochs 10 bis 12 Uhr, donnerstags 17 bis 19 Uhr, Telefon 05673/3400, e-Mail: Lilia.Mall@tsv-immenhausen.de . (pbb)

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