Mariendorf: Erneut plündern Raubgräber Mittelalter-Fundstelle

Tat entdeckt: Nachdem sie in der HNA von Raubgrabungen beiGottsbüren und Fredelsloh gelesen hatten, schauten Horst und Karin Kister auf ihrer eigenen Wiese nach und fanden dort die ausgeräumte Raubschachtung. Foto: Sippel/nh

Mariendorf. Erneut haben Raubgräber im Kreisteil Hofgeismar zugeschlagen und ein Bodendenkmal zerstört.

Bei Mariendorf öffneten sie einen für ungeübte Augen nicht mehr zu erkennenden Tonabwurfhügel einer mittelalterlichen Töpferei und entwendeten daraus eine unbekannte Anzahl von Tonscherben.

Nach den bisherigen Ermittlungen und vor Ort gefundenen Spuren waren die Täter in der Woche vor dem 23. November auf der Wiese am Ortsrand von Mariendorf aktiv, nachdem die im Sommer dort weidenden Pferde von den Pächtern in ihren Stall geholt wurden.

Die Besitzer der Weide, Horst und Karin Kister, hatten am Morgen des Tages in der HNA von Raubgrabungen in Töpfereiabwurfhügeln in Ortswüstungen, das sind aufgegebene Dörfer, bei Fredelsloh und Gottsbüren gelesen und waren daraufhin aufmerksam geworden. Sie sahen auf ihrer eigenen Wiese nach, wo sich noch Spuren einer Töpferei aus dem 13. und 14. Jahrhundert befinden. Ihre Befürchtungen wurden bestätigt: Auch bei Mariendorf hatten Kriminelle ein Loch in den Boden gegraben und daraus Scherben von möglicherweise 30 bis 50 Gefäßen entwendet.

Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel hält es für höchst wahrscheinlich, dass es sich um denselben Täterkreis handelt, der auch die vorangegangenen Straftaten beging. Das Bodendenkmal sei zum großen Teil zerstört, eine künftige wissenschaftliche Erforschung sei nur noch bedingt möglich.

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