HNA-Interview

Fehling: "Kein Windrad ohne Zustimmung der Bürger"

Will Bürgermeister werden: Malte Fehling ist Fraktionschef der Freien Liste und seit Langem in der Stadtpolitik aktiv. Er sieht dringend Handlungsbedarf in Immenhausen und will deshalb Nachfolger von Amtsinhaber Herbert Rössel (SPD) werden. Foto: Gehlen

Ein neuer Bürgermeister wird in Immenhausen am 5. Juli gewählt. Wir stellen die Kandidaten und ihr Programm in drei Interviews vor. Den Anfang macht Malte Fehling (Freie Liste).

Herr Fehling, ihre Konkurrenten sind sehr bekannt: André Rittner (SPD) als Vertreter des Bürgermeisters, Jörg Schützeberg (parteilos) durch seinen Beruf als Getränkegroßhändler. Wie wollen Sie dagegenhalten? 

Fehling: Mit Inhalten und mit meiner Person, die sich um die Bürger kümmert. Ich mache Hausbesuche, versuche so viele Wähler wie möglich zu treffen, stehe für Fragen zur Verfügung und habe eine umfassende Wahlbroschüre. Außerdem kennt mich der eine oder andere aus der Stadtverordnetenversammlung oder vom Fußball.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden der Nordspitze geht es Immenhausen gut. Warum soll die SPD nicht weiter regieren? 

Fehling: Wir haben in den vergangenen zehn Jahren 500 Einwohner verloren, haben 13 Millionen Euro Schulden. Ich würde uns auch nicht mit ärmeren Gemeinden in der Nordspitze vergleichen, sondern schaue eher nach Grebenstein, Espenau und Hofgeismar. Und bei dem Vergleich sind wir mit 1800 Euro pro Kopf die Stadt mit den meisten Schulden. Wir müssen den Bevölkerungsverlust in Immenhausen stoppen - das kann ich besser als ein SPD-Kandidat, weil ich kein Parteibuch in der Tasche habe und daher objektiver bin.

Aber Sie hätten keine eigene Mehrheit als Bürgermeister, oder? 

Fehling: Ich sehe das nicht als Problem an. Danny Sutor in Grebenstein macht das auch sehr erfolgreich ohne Mehrheit. Wenn ein Bürgermeister eine absolute Mehrheit hinter sich hat, kann das eher negativ sein. Dann braucht er nur wenige Personen zu überzeugen, damit seine Vorlage beschlossen wird. Ich wünsche mir, dass wir nach der nächsten Kommunalwahl drei gleichgroße Fraktionen sind, damit der Bürgermeister gut durchdachte Vorschläge vorlegen muss und wir mehr diskutieren.

Warum sind Sie zur Wahl angetreten? 

Fehling: Ich will die Ortschaften näher aneinander führen. Es gibt immer noch tiefe Gräben zwischen Holzhausen und Immenhausen. Dabei können die Orte allein nicht bestehen. Wir sind eine Stadt mit drei Ortsteilen und müssen öfter zeigen, dass es eine große Gemeinschaft gibt. Ich kann das als Bürgermeister schaffen, weil ich ein Zugezogener bin.

Der Bau von Windkraftanlagen ist im Kreisteil ein großes Thema, in Immenhausen weniger. Würden Sie das als Bürgermeister ändern? 

Fehling: Kein Windrad ohne Zustimmung der Bürger. Ich bin für die Energiewende, aber nicht auf Kosten der Einwohner. Das Windrad, das in Mariendorf im Gespräch ist, würde es mit mir nicht geben, solange nicht die Mariendörfer Bürger dahinterstehen.

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