1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Immenhausen

Feuerwehr Immenhausen erhält Löschgerät für E-Autos

Erstellt:

Von: Hanna Maiterth

Kommentare

Immenhäuser Feuerwehrleute mit dem neuen Löschgerät für Elektrofahrzeuge.
Erstes Löschgerät für E-Autos im Landkreis: Die Feuerwehr Immenhausen kann damit Akkubrände von Elektrofahrzeugen löschen. In der hinten Reihe von rechts die Stadtbrandinspektoren Petra Reubert und Heiko Reuse, zwischen ihnen steht Bürgermeister Lars Obermann. © Hanna Maiterth

Der Ausbau der Elektromobilität wirkt sich auch auf die Feuerwehren aus. Die Feuerwehr Immenhausen bekommt ein Löschgerät für Akkubrände.

Immenhausen – Die Feuerwehren müssen für Brände von Elektroautos gerüstet sein. Die Freiwillige Feuerwehr Immenhausen ist die erste in der Region, die mit einem speziellen Löschgerät für Elektroautos ausgerüstet wird. Nur die Feuerwehrschule in Kassel hat ebenfalls eines. Mithilfe des 9600 Euro teuren Geräts können Akkubrände nun schneller bekämpft werden. Ab September wird das Gerät einsatzbereit sein. Dann sind die Schulungen in den Stadtteilwehren abgeschlossen, berichtete Stadtbrandinspektor Heiko Reuse.

Das Löschgerät wird im Gerätehaus der Feuerwehr Mariendorf stationiert. Von dort wird es nicht im Stadtgebiet eingesetzt. Das Gerät kann im gesamten Kreis und in der Stadt Kassel angefordert werden. „Nicht jede Feuerwehr muss alles vorhalten“, erklärt Reuse. Erst recht nicht, wenn das Gerät noch nicht zur Standardausrüstung gehört.

Noch immer machen Verbrennerfahrzeuge den Großteil des Straßenverkehrs aus. „Aber die Anzahl an Elektroautos steigt und die Automobilhersteller wollen die Produktion erweitern.“ Deshalb sei diese Anschaffung eine Vorbereitung auf die Zukunft. Elektroautos würden weder häufiger brennen noch sei der Brand schlimmer als bei herkömmlichen Autos, sagt der Stadtbrandinspektor.

Der Problemfaktor sei bei den Elektrofahrzeugen die Zeit. „Ein Feuer geht irgendwann immer aus.“ Beim Ausbrennen gehe es um die Dauer und die Emissionen. Brennende Auto stünden schließlich nicht immer auf einer freien Wiese. Das neue Gerät kommt zum Einsatz, wenn der Akku brennt, erklärt der Stadtbrandinspektor. Vorher müssten in jedem Fall etwaige Feuer in anderen Bereichen des Wagens gelöscht werden. Da sei es egal, ob es sich um ein Elektro- oder ein Verbrennerfahrzeug handelt, diesen Weg halte die Feuerwehr stets ein. Dann wird das zweiteilige Löschgerät je nach Fahrzeughersteller unter oder über den Akkukomplex gelegt. „Es ist universell einsetzbar.“ Mit Druckluft wird ein Dorn in das Gehäuse gejagt. Darüber wird das Löschwasser in den Akku geleitet.

Bürgermeister Lars Obermann zeigte sich überrascht, dass noch keine andere Wehr dieses Gerät hat: „Hier nimmt unserer Feuerwehr eine Vorreiterrolle ein.“ Der Kauf sei in jedem Fall sinnvoll, weil immer mehr Menschen E-Fahrzeuge fahren. „Es ist ein Pilotprojekt, mit dem die Immenhäuser Feuerwehr die anderen Wehren in der Region unterstützen kann.“ (Hanna Maiterth)

Wenn der Akku brennt

Der Akku eines Elektrofahrzeugs besteht aus mehreren Zellen, die als Paket verbunden sind. Brennt eine Zelle, kann das Feuer auf die benachbarten übergreifen. Durch das Löschwasser, das in den Komplex gepumpt wird, werden die Zellen separiert und das Gehäuse gekühlt. Eine andere Methode wäre, das komplette Auto in Wasser zu versenken oder den Akku ausbrennen zu lassen. Das könnte jedoch bis zu einen Tag dauern.  (Hanna Maiterth)

Auch interessant

Kommentare