Hirnblutung überlebt

Mewa-Geschäftsführer dankt seinem Lebensretter

Unendlich dankbar: Bernhard Dockenfuß (links) stand Siegfried Erhardt in den schlimmsten Stunden seines Lebens bei. Foto: zhf

Immenhausen. Mewa-Geschäftsführer Siegfried Erhardt ist nur knapp dem Tod entkommen. Dank eines Ersthelfers überlebte er eine Hirnblutung.

Siegfried Erhardt ist 64 Jahre alt. Sein Blick ist hellwach, der Handschlag fest. Dass ihm der Alltag nicht mehr so leicht fällt wie früher, bemerkt man erst, wenn er anfängt über sein Leben zu sprechen. Ein Leben, das am 26. März vergangenen Jahres schon zu Ende war. Wäre da nicht sein Schutzengel gewesen.

An jenem Tag machte sich der Geschäftsführer der Immenhäuser Firma Mewa auf zum Spaziergang. Er hatte Urlaub und wollte die Morgenluft genießen. „Mir ging es bestens, sonst wäre ich nicht mit dem Auto bis zum Parkplatz zwischen Hof Mondschirm und Ahnatal gefahren“, erinnert er sich. Es ist eine seiner letzten Erinnerungen, denn schon nach dem Aussteigen fiel ihm auf, dass er den Knopf zum Schließen seines Audis nicht mehr bedienen konnte. „Danach weiß ich fast nichts mehr“, sagt er mit Blick zu Bernhard Dockenfuß, jenem Mann, den er zuvor noch nie gesehen hatte und heute als seinen Schutzengel bezeichnet.

Der Vellmarer war zur gleichen Zeit mit seinem Riesenschnauzer unterwegs und bemerkte, dass mit Erhardt etwas nicht stimmte. „Herr Erhardt kam mir mit seinen Stöcken als Wandersmann entgegen, war aber merklich unsicher auf den Beinen“, sagt Dockenfuß. Er kennt sich aus, ist seit 17 Jahren Versicherungsmakler und arbeitet als Spezialist für Gesundheit. Glück für Erhardt, denn trotz dessen Beteuerung, keine Hilfe zu benötigen, behielt Dockenfuß den angeschlagenen Spaziergänger im Auge. „Er kam immer weiter nach links vom Weg ab, ich ging zurück und da sackte er auch schon in sich zusammen.“ Sofort habe er an einen Schlaganfall gedacht, so deutlich waren die Symptome.

Schnell sei der Rettungswagen gekommen, um den Patienten ins Klinikum Kassel zu bringen. Vier bis fünf Wochen verbrachte er dort, ganz genau weiß er es nicht mehr. Auch an die Anfangszeit seiner Reha in Bad Wildungen erinnert sich Erhardt nicht, was ihn belastet. Es sei ihm wichtig, möglichst viel über diese schlimmen Wochen zu erfahren, weshalb er auch alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, seinen Lebensretter zu finden. „Ich wollte mich unbedingt persönlich bei ihm bedanken, denn ohne ihn würde ich nicht mehr Leben, das haben mir die Ärzte bestätigt“, sagt er mit Tränen in den Augen.

Viel habe er darüber nachgedacht, ob vielleicht sein übermäßiges Engagement in der Arbeit für den Schlaganfall mit Hirnblutung verantwortlich sein könnte. Eine endgültige Antwort hat er nicht gefunden, weshalb er es nun etwas langsamer angehen lassen will. An seine alte Arbeitsstätte wird er wohl nicht mehr zurückkehren, doch damit kommt er gut klar: „Hauptsache, ich lebe, und das habe ich meinem Schutzengel zu verdanken.“ (zsf)

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