Georg Siemon

Immenhäuser ließ sich mit über 80 Jahren tätowieren

Moderner Senior: Georg Siemon liebt das Gärtnern und ganz besonders Rosen. Diese und den Namen seiner Partnerin hat er sich auf seinem Arm verewigen lassen und zwar im hohen Alter von über 80 Jahren. Fotos: Temme

Immenhausen. Eine Rose, einen Schmetterling und den Namen seiner Liebsten hat Georg Siemon auf seiner Haut verewigt. All das ist erstmal nichts Besonderes, schließlich tragen heutzutage viele Menschen Tätowierungen.

Außergewöhnlich war allerdings das Alter, in dem sich der Senior den Körperschmuck aufbringen ließ, denn da hatte er die 80 Jahre schon überschritten.

„Vor fünf Jahren habe ich mir auf Mallorca mein erstes Tatoo stechen lassen - eine kleine Blume auf meinem Unterarm“, erzählt der inzwischen 87-Jährige. Dies sei damals aus einer spontanen Laune heraus entstanden - ohne groß darüber nachzudenken, hätte er die Idee in die Tat umgesetzt.

Liebe zu Blumen

Da Siemon schon sein Leben lang das Gärtnern und die Natur sehr liebt, hatte er sich für dieses florale Motiv entschlossen. „Nach mehr als 20-jähriger Mitgliedschaft in einem Kleingärtnerverein bei Hildesheim habe ich mein Amt dort aufgegeben“, sagt der Wahl-Immenhäuser. Den Blumen und Pflanzen überhaupt sei er noch immer sehr zugetan, als eine Art Erinnerung habe er sie ganz nah bei sich haben wollen.

Für immer auf seiner Haut: Für den Rest seines Lebens wird Georg Siemon stets an die Zeit im Kleingartenverein Zur Rose durch seine Tätowierungen erinnert. Foto: Temme

Deshalb blieb es auch nicht bei dem einen Motiv, eine rote Rose folgte, denn „der Verein heißt auch Zur Rose“. Und da der Senior irgendwie auf den Geschmack gekommen war, ihm die Verzierungen auf seinem Arm gut gefielen, ließ er sich quasi als Verbindungselement noch einen Schmetterling tätowieren. Da Siemons Herz nicht nur für die Natur, sondern auch für seine jüngere Partnerin Petra schlägt, kam schließlich auch noch ihr Name hinzu - ein Liebesbeweis im hohen Alter.

Ob künftig noch weitere Bilder folgen sollen, weiß Siemon noch nicht genau. Als nächstes will er erstmals eine der schon gestochenen Blumen etwas verändern lassen.

Kritische Blicke auf seinen Arm stören den Senior nicht im geringsten: „Was andere über mich denken, interessiert mich nicht - ich habe schon immer mein Ding gemacht.“ Auch das Vorurteil, nur Knastbrüder hätten Tatoos, findet er albern - ganz im Gegenteil gefällt ihm die Mode, die ja schon viele Jahre währt. „Da ich zum Glück auch stramme Arme habe, also keine faltige Haut, sieht das bei mir auch noch ganz gut aus.“

Natürlich hatte ihn der Hofgeismarer Tätowierer mit großen Augen angeschaut, als er seinen Laden betreten hat. „Doch er war gleich so entschlossen, dass ich wusste, er meint das ernst“, bemerkt Walter van Assche, der fast alle seine Motive gestochen hat. Kunden in diesem Alter habe er bisher nicht gehabt, gewöhnlich seien diese zwischen 20 und 40 Jahre alt. Nach seinen Worten lässt sich auch ältere Haut noch gut tätowieren, Gründe die dagegen sprächen, kenne er keine. Auch Siemon hat seine Entscheidung bis heute nicht bereut, ja sogar Familienmitglieder noch überzeugt, ebenfalls eines machen zu lassen. „Durch die Bilder habe ich meine geliebten Rosen und meine Partnerin stets bei mir und das ist mir wichtig."

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