Gläserne Niederländer - Glasmuseum kauft sieben neue Kunstwerke

Schmuckstück aus Glas: Die Vase mit Emailleverzierung stammt von Mieke Groot, der „Grande Dame“ der niederländischen Glaskunst. Im Hintergrund links ist das Kunstwerk „Going around in circle“ von Rachel Daeng Ngalle zu sehen. Fotos: Beutner

Immenhausen. Dass Glaskunst als Bereich der bildenden Kunst wahrgenommen wird, ist in Deutschland noch selten.

In den Niederlanden hingegen gebe es eine lebendige Glaskunstszene, sagt Dagmar Ruhlig-Lühnen, Leiterin des Glasmuseums in Immenhausen. Einige gläserne Kunstwerke aus den Niederlanden sind nun auch in der Region zu sehen.

Im vergangenen Jahr hat das Glasmuseum in einer Sonderausstellung 80 Exponate 15 niederländischer Künstler ausgestellt. Daraus ist der Wunsch entstanden, einige Stücke zu erwerben. „Glaskunst ist jedoch nicht billig“, sagt Erhard Siebert, Vorsitzender des Fördervereins. Die Hälfte des Kaufpreises von 10 000 Euro habe man der Kasseler Sparkasse zu verdanken. Wir verstehen uns als Institut aus der Region für die Region, sagt Peter Siemon von der Sparkasse Kassel. Die Förderung sehe er auch als Wertschätzung für die Ehrenamtlichen, die sich im Förderverein für das Museum engagieren.

Die Investition hat sich gelohnt: Das Museum ist stolz auf die mit Emaille verzierte Vase von Rachel Daeng Ngalle, die in Metall eingeblasene „time capsule“ von Gabrielle van de Laak oder die verspielte und aufwendig hergestellte Hyazinthenvase von Sabine Lintzen.

Die neuen Ausstellungsstücke sind nicht die einzigen niederländischer Künstler im Glasmuseum: Mit einigen Werken von Andries Dirk Copier, einem der Wegbereiter der Studioglaskunst, seien die Anfänge dieser Kunstrichtung bereits da, sagt Dagmar Ruhlig-Lühnen. Mit den neuen Stücken seien nun auch moderne Exponate vorhanden.

Die dürften neben den Besuchern aus der Region vor allem die niederländischen Touristen erfreuen, die es laut Museumsleitung in beachtlicher Zahl nach Immenhausen und zum Glasmuseum verschlägt. Hier spiegele sich der eigene Anspruch wider: Ein Heimatmuseum zu sein, das die Regionalgeschichte der Glashütte erzählt, gleichzeitig aber den Blick über den Teller- oder besser: den Glasrand zu werfen.

Von Sina Beutner

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