300.000 Euro für Sanierung veranschlagt

Glasmuseum-Studie: Gebäude ist marode 

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Einladung nach Immenhausen: Lothar Dietrich (CDU) kündigte an, man wolle den hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein nach Immenhausen einladen, damit sich dieser ein Bild vom Glasmuseum machen könne.

Immenhausen. Zahlreiche Schäden an den Decken, Wänden, Fenstern und Böden wurden bei einer Studie dokumentiert. 

Obwohl mehrere Tagespunkte auf der Liste der Bürgerversammlung Immenhausen standen, war die Mehrzahl der über 60 Besucher doch eindeutig aus einem Grund gekommen: Sie wollten wissen, was die Zukunft für das Glasmuseums bringt. Bürgermeister Jörg Schützeberg dazu vorweg: „Es wird ein sehr interessanter Informationsabend ohne Entscheidung.“ Er sollte Recht behalten.

Schäden dokumentiert

Ausführlich legte Schützeberg die Ergebnisse der Studie dar, mit der das Architekturbüro Atelier 30 beauftragt worden war. Zahlreiche Schäden an den Decken, Wänden, Fenstern, Böden wurden zwischen 2014 und 2016 dokumentiert, aktuell wäre es sogar noch etwas schlimmer. „Das Gebäude ist marode, wir müssen dringend was unternehmen“, so Schützeberg. Zwar hatte das Atelier 30 gleich Vorschläge zur Sanierung und Umgestaltung des Gebäudes erstellt, doch vor allem die moderne Neugestaltung der „erlebbaren Innen- und Ausstellungsarchitektur“ stieß bei den Anwesenden auf wenig Gegenliebe. „Das, was hier vorgestellt wurde, ist eine Vision“, betonte dann auch Stadtverordnetenvorsteher Werner Desel. „Von vielem, was hier vorgestellt wurde, haben wir uns schon wieder verabschiedet.“ Er ergänzte aber auch, dass man die baulichen Maßnahmen auf jeden Fall umsetzen werde und das letzte Wort über die Schließung des Glasmuseums nicht gesprochen sei. Erhard Siebert, Vorsitzender des Fördervereins, legte dar, dass man das Museum nicht nur durch höhere Besucherzahlen finanzieren könne. „Ist die öffentliche Hand bereit, das Glasmuseum zu sponsern?“ fragte er und ergänzte „Wir wollen nur die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes. Die weiteren Module wollen wir gar nicht!“

Deutliche Worte fand Friedrich-Karl Baas: „Wir haben bei der Gestaltung an die Zeit und die Heimat von Richard Süßmuth gedacht. Und das war das Bauhaus. Das war Glas, das war Aluminium. Davon hat der Architekt des Ateliers 30 offenbar nichts gewusst“, sagte er bezugnehmend auf die mögliche Neugestaltung des Museums mit schwarzen Schaukästen samt beleuchteten Sichtfenstern. „Wir müssen darauf achten, dass der geistige Hintergrund der Persönlichkeit Richard Süßmuths nicht verfälscht wird.“

Peter Scholz warf einen anderen Aspekt ein: „Wir haben uns doch bereits für das Glasmuseum entschieden, als wir den Slogan der Stadt wählten. Bei einer Schließung müsste auch der Slogan „Glasklar“ weggenommen werden.“

Bernd Horstmann von der Stadt Immenhausen kündigte an, man wolle die Zusammenarbeit der Museumslandschaft Hessen Kassel anstreben und das Land Hessen bitten, die Personalkosten für das Museum zu übernehmen. Damit würde ein Großteil der jährlich anfallenden Kosten in Höhe von 90.000 Euro für die Stadt wegfallen.

300.000 Euro für Sanierung

Laut Aufstellung des Ateliers 30 würde alleine die Sicherung der Bausubstanz 365.933 Euro kosten. 300.000 Euro wurden für die Sanierung des Gebäudes von der Stadt veranschlagt. Noch ist diese Summe mit einem Sperrvermerk versehen. Doch schon bald gebe es einen Antrag über die Aufhebung des Sperrvermerkes kündigte Bürgermeister Jörg Schützeberg an.

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