Kandidaten fast jeden Abend unterwegs

Fünf Wochen vor der Bürgermeisterwahl: Häuserkampf hat begonnen

Immenhausen. Am 5. Juli wählt Immenhausen den neuen Bürgermeister. Es gibt drei Kandidaten. Doch noch ist der Wahlkampf relativ ruhig. Hausbesuche sind derzeit angesagt.

Der Häuserkampf in Immenhausen hat begonnen, doch allzu kämpferisch geht es dabei nicht zu. Fünf Wochen vor der Bürgermeisterwahl herrscht in der Öffentlichkeit noch weitgehend Ruhe. Dennoch: Untätig sind die drei Kandidaten nicht. André Rittner (SPD) und die beiden parteilosen Bewerber Malte Fehling und Jörg Schützeberg rühren schon fleißig die Werbetrommel. Nahezu jeden Abend ist das Trio auf getrennten Wegen unterwegs, um bei Hausbesuchen sich und sein Programm vorzustellen.

„Es kommt gut an“, sagen alle drei übereinstimmend. Auch inhaltlich sind sie nicht weit von einander entfernt. Es sind nur Nuancen, die sie unterscheiden. Und es ist die Persönlichkeit, die letztlich den Ausschlag geben wird. Das große Reizthema fehlt, sagen sie - ohne es zu bedauern. Kommunen seien noch nie schlecht gefahren, wenn kleinkarriertes Gezänk unterbleibt.

Der Außenseiter

Malte Fehling. 

Malte Fehling gilt gemeinhin als Außenseiter. Er hat auf den ersten Blick zwei Nachteile: Er wohnt in Holzhausen, und damit nicht im größten Ortsteil - und er ist ein Zugezogener. Fehling selbst sieht das als Vorteil: Er sei niemandem verpflichtet und gehe unvoreingenommen die Themen an. Und deren gibt es genug: Leerstehende Läden in der Kernstadt zum Beispiel, oder ein mögliches Windrad nahe Mariendorf. Aber, so sagt er, allzugroße Unterschiede zwischen den Kandidaten gibt es nicht. Noch sei die Bürgermeisterwahl nicht so im Bewusstsein der Menschen, hat er beobachtet. Aber je näher der Wahltag , der 5. Juli, rücke, desto stärker werde dies sein.

Sein Tipp für die Wahl in knapp fünf Wochen: Es wird eine Stichwahl geben. Wer von den beiden Immenhäuser Kandidaten dann sein Gegenkandidat sein werde, wäre schwer zu sagen. Da die SPD seit dem Zweiten Weltkrieg den Verwaltungschef in Immenhausen stelle, gehe er davon aus, dass es André Rittner sein werde.

Der Volkstümliche

Jörg Schützeberg. 

Selbstbewusst gibt sich Jörg Schützeberg. „Durch meine Bewerbung wird die Wahl doch erst richtig spannend“, sagt er, und wenn er in seiner volkstümlichen Art spricht, so wie ihm der Schnabel gewachsen ist, dann klingt das nicht überheblich. Bei seinen Hausbesuchen seien es vor allem die kleinen Themen, die für die Menschen wichtig sind, die dort angesprochen würden. Zunächst hat er in Holzhausen diese Besuche gemacht. Die Sorgen, dass der Ortsteil immer mehr an Bedeutung verliert, kann er nachvollziehen, sagt er werbewirksam: „Holzhausen muss aufgewertet werden.“ Und: Es müsse wieder ein stärkeres Miteinander geben.

Die Leute, so seine Einschätzung, suchen einen Bürgermeister, der für alle da ist, mit dem sie sich identifizieren können, so seine Einschätzung. Sein Tipp für die Wahl: „Ich bin optimistisch“ und als Fußballer hoffe er auf eine Entscheidung in der regulären Zeit. Geht es in die Verlängerung, dann werde wohl Rittner sein Widerpart sein. 

Der Rathauskenner

André Rittner

Seine politische Herkunft verbirgt er nicht, doch sie steht nicht im Vordergrund bei André Rittner. Es sei sicher von Vorteil für einen Bürgermeister, auch eine starke Fraktion hinter sich zu wissen, sagt er. Doch in seinem Wahlkampf setzt er mehr auf seine Person als auf seine Partei, die SPD. Als Erster Stadtrat hat er bei der Außendarstellung Vorteile. Aber, es gibt auch Nachteile: „Ich kann nicht alles versprechen, denn ich weiß, was geht und was nicht.“ So sage er bei seinen Hausbesuchen nicht nur, „was ich möchte - das sagen die anderen auch.“ Er zeige auch auf, wie es gehe. Als langjährige Stadtverordneter und Erster Stadtrat habe er das Wissen.

Neben Hausbesuchen macht er auch eine Tour durch die Vereine. In vielen ist er Mitglied und kennt deren Sorgen. Kritisch hinterfragt werden seine Aussagen dort aber dennoch. Sein Tipp zur Wahl: „Viele sagen zu mir: Du wirst es sowieso. So einfach ist es nicht. Man muss um jede Stimme werben. Dennoch hoffe ich, dass im ersten Wahlgang die Entscheidung fällt.“

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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