Gute Geister

Walter Kouril führt Wanderer durch den Reinhardswald

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In der Natur fühlt er sich am wohlsten: Walter Kouril führt Wandergruppen durch den Reinhardswald. 

Walter Kouril führt seit zehn Jahren ehrenamtlich Wandergruppen durch den Reinhardswald.

Die Leidenschaft fürs Wandern hat der gebürtige Hombresser schon in jungen Jahren entwickelt. „Mein Großvater war Hegemeister und kannte jeden Weg und jeden Baum im Wald“, sagt Kouril. Ihm verdankt er alles, was er heute über Flora und Fauna weiß, und seinen Wandergruppen erzählt. „Nur mit Pilzen kenne ich mich nicht aus, die mochte mein Großvater nicht.“

Der gelernte Autoschlosser verbringt jede freie Minute in der Natur, oft in Begleitung seiner Frau Helga. „Ich würde fast sterben, wenn ich eine Schiffsreise nach New York machen würde. Was soll ich denn da?“, sagt Kouril.

Reichswald als sein Schatz 

Der Reinhardswald vor seiner Haustür ist Walter Kourils Schatz. Und den hat der Naturparkführer und zertifizierte Wanderführer des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins in diesem Jahr über 200 Wanderern näher gebracht.

Auf zwei Wegen kennt sich Kouril besonders gut aus: die Rundwanderwege des Naturparks Reinhardswald bei Immenhausen. In seinem Wanderzimmer hängt eine Karte der neuen Wege auf Leinwand, die Kouril mit ausgearbeitet hat und seitdem als Pate pflegt. Starten können Interessierte an den Wanderparkplätzen Zentrum Pfadfinden und Roter Stock, sowie am Parkplatz des Bürgerhauses in Holzhausen und über den Heideweg in Mariendorf. Eine Karte ist nicht nötig, sagt Kouril, der die Markierungen pflegt.

Historisch wertvollste Pfad

Der Ecopfad Ahlberg-Mariendorf ist für den Immenhäuser „der spannendste und historisch wertvollste Ecopfad in Nordhessen“. Vier Mal im Jahr führt er Themenwanderungen am ehemaligen Braunkohle-Abbau, dem Töpferdorf Reinersen, den Hutesteinen und der alten Landwehr vorbei. „Ein Haufen spannender Geschichten auf 4,5 Kilometern“, sagt Kouril.

Am Ende jeder Tour kehrt er mit seinen Gruppen in Immenhausen ein. Ein Nachgespräch gehöre zu jeder Wanderung dazu. Fragen können die Teilnehmer dann auch mit Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins klären, die oft eine Einkehr organisieren. Kouril gehört dem Vorstand des Vereins an.

Gute Vorbereitung gegen dass Verlaufen 

Noch wichtiger als die Nachbereitung ist die Vorbereitung. „Ein guter Wanderführer geht den Weg vorher ab“, sagt Kouril. Es sei fatal, sich mit einer Gruppe zu verlaufen. „Dann hat man 30 Meinungen gegen sich und alle sagen, wir hätten da vorne rechts ab gemusst.“

Mit 30 Mann geht Kouril regelmäßig wandern: mit den Immenhäuser Montagskickern, der Altherren-Fußballmannschaft, bei der der Rentner spielt. Außerdem baut er mit zwölf weiteren Wanderbegeisterten gerade den neuen Verein „Die Wanderer“ auf. Die Gruppe bietet bereits regelmäßig Themenwanderungen an.

Pfaden der der Filmreihe Ostwind 

So hat Kouril schon Gruppen auf den Pfaden der Filmreihe Ostwind geführt. Die Filme hat sich der zweifache Vater und Großvater auf Wunsch seiner Enkelinnen mit ihnen angesehen. Die Drehorte hat er sofort erkannt und eine Route ausgearbeitet.

Besonders freut sich Walter Kouril über das steigende Interesse junger Menschen am Wandern, das er in den vergangenen Jahren beobachten konnte. Wandern ist Walter Kourils Leidenschaft und die vermittelt er gerne. „Beim Wandern lerne ich alte Freunde und mich immer wieder ganz neu kennen.“

Die nächste Wanderung leitet Walter Kouril am 12. Dezember. „Die Wanderer“ laden zur Vollmondwanderung ein. Treffen ist um 18 Uhr am Rathausbrunnen in Immenhausen. Weitere Termine werden durch den Naturpark Reinhardswald angekündigt.

Ganz ungefährlich ist der Wald offensichtlich nicht. Am vergangenen Samstag stießen Forstwirte hier auf Munition aus dem zweiten Weltkrieg

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