Holzhausen: Sparkassenchef stellte sich Kritik

Diskussion: Sparkassenchef Björn Grommek (links) stellte sich den Fragen der über 50 Holzhäuser, die ins Bürgerhaus kamen. Neben ihm Walburga Enders, die Schriftführerin des Ortsbeirats, Ortsvorsteher Theo Leimbach und Bürgermeister Herbert Rössel.

Holzhausen. Bei einer Diskussion in Holzhausen hat sich Sparkassenchef Björn Grommek den Fragen der Bürger gestellt.

Die Rollen waren klar verteilt: Die Holzhäuser, allen voran Ortsvorsteher Theo Leimbach, taten was sie konnten; Sparkassenchef Grommek tat, was er musste, und Bürgermeister Herbert Rössel tat, was er durfte.

DER SPARKASSENCHEF 

Björn Grommek, seit Montag Chef der Stadtsparkasse Grebenstein, hatte sich seinen ersten öffentlichen Auftritt sicherlich anders, angenehmer gewünscht, als mit dem Frust und dem Ärger der Holzhäuser konfrontiert zu werden. Er tat, was er musste. Er hatte die Schließung der Filiale nicht initiiert, verteidigte sie aber dennoch. In den vergangenen 20 Jahren hätten sich bundesweit die Filialen der Geldinstitute halbiert. Holzhausen sei keine Ausnahme, so seine Argumentation. Der Grund liege im geänderten Kundenverhalten. Vieles, was bei der Eröffnung der Holzhäuser Filiale vor 37 Jahren nur im persönlichen Kontakt möglich war (Geld wechseln für Urlaub, Schecks ausstellen), gebe es heute kaum noch. Die Folge: Die Kundenfrequenz nehme ab, die Kosten für eine Filiale stiegen hingegen. Kernaussage: Eine Bargeldversorgung, auch über Automaten, „ist nicht finanzierbar.“

DIE HOLZHÄUSER 

Sie taten, was sie konnten: Sie ließen ihrem Frust zunächst freien Lauf. Die Einwohner hinterfragten aber auch die Zahlen der Sparkasse genau. Durch die Dauerbaustelle sei die Frequentierung natürlich zurückgegangen. Außerdem konnten Berufstätige kein Geld in der Filiale holen, da es dort derzeit keinen Automaten gebe, die Öffnungszeiten aber mit den Arbeitszeiten Berufstätiger kollidierten. Wenn die Bargeldversorung künftig überwiegend über Automaten in anderen Orten erfolge, dann verlagere sich auch das Geschäft dorthin. Leidtragende seien die Bäckerei und Metzgerei am Ort. Die Sparkasse dürfe aber nicht nur gewinnorientiert handeln, sondern sei laut ihrer Satzung auch den Menschen vor Ort verpflichtet, so Ortsvorsteher Theo Leimbach.

DER BÜRGERMEISTER 

Herbert Rössel griff einen von Lothar Dietrich geäußerten Gedanken auf. Kernpunkt: Die Stadtsparkasse können doch den Standort der Kasseler Bank nutzen, die ihren Geldautomaten Ende des Jahres ebenfalls aufgibt. Auch wenn er sich weit aus dem Fenster lehne, er könne sich vorstellen dass sich die Stadt an den jährlichen Kosten - die Rede ist von 40 000 Euro - beteilige. Mehr durfte er ohne Zustimmung des Parlaments nicht zusagen.

DIE HOFFNUNG 

Auch wenn es keinerlei Zusagen von Grommek gab, den Beschluss zu revidieren, so waren die Holzhäuser am Ende der Diskussion nicht ganz hoffnunglos. Zum einen soll es noch ein weiteres Gespräch geben, zum anderen wurde bei der Versammlung auch klar, dass nicht alle Fakten auf dem Tisch lagen, als die Stadtsparkasse die Schließung der Filiale beschloss. Dass die Kasseler Bank ihren Geldautomat ebenfalls schließt, hat die Sparkasse erst später erfahren.

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