Holzhausens Ortsvorsteher kritisiert Sparkassen-Schließung

Findet klare Worte: Im HNA-Interview nimmt Holzhausens Ortsvorstehr Theo Leimbach kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, die Sparkassenfiliale am Ort zu erhalten. Foto: Rieß

Holzhausen. Im Immenhäuser Ortsteil Holzhausen ist derzeit die Schließung der Sparkassenfiliale und der Rückzug der Kasseler Bank Thema Nummer eins. Mit Ortsvorsteher Theo Leimbach sprach HNA-Redakteur Michael Rieß.

Herr Leimbach, Sehen sie noch eine Chance, die Beschlüsse der Geldinstitute rückgängig zu machen? 

Leimbach: Ja. Wir könnten beispielsweise mehr Kunden für die Stadtsparkasse gewinnen so dass es sich für die Grebensteiner lohnt hierzubleiben.

Die Sparkasse sagt, die Zweigstelle in immenhausen liege vor der Tür. Die Holzhäuser hätten es also nicht weit.

Leimbach: Das ist falsch. Die Holzhäuser sind Richtung Kassel orientiert. Die meisten fahren durch Rothwesten und nutzen dann das Angebot Kasseler Sparaksse in Ihringshausen oder Rothwesten, nicht das in Immenhausen.

Haben Sie schon mal bei der Kasseler Sparkasse angefragt ob sie nach Holzhausen kommen will? 

Leimbach: Die Gesrpäche sind beabsichtigt. Vielleicht sind die ja kundenfreundlicher als das jetzt hier ansässigen Geldinstitut und halten sich an die eigene Vorgabe.

Welche Vorgabe? 

Leimbach: Nicht ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken zu folgen, sondern kundenfreundlich zu sein. Schließlich sagen die Sparkassen, ihr Hauptzweck sei nicht die Erzielung von Gewinnen, sondern sie fühlen sich auch dem Gemeinwohl verpflichtet.

Gibt es seit der Orstbeiratssitzung, in der die Holzhäuser über die Schließung informiert wurden, weiter Kontakte zur Grebenstein. 

Leimbach: Nein. Wir warten darauf.

Ist das nicht ein bisschen wenig? 

Leimbach: Bei der Sitzung wurde Stillschweigen vereinbart. Wir haben unser Minimalziel formuliert, zumindest einen Geldautomaten zu erhalten. Der Sparkassenchef versprach, Gespräche zu führen und sich dann mit uns in Verbindung zu setzen. Wir haben uns an das Versprechen gehalten und Stillschweigen gewahrt. Auf einen Anruf aber warte ich bis heute vergebens.

Wie wird es jetzt weitergehen? 

Leimbach: Ein grobes Signal haben wir vom Bürgermeister erhalten, dass von der Sparkasse nichts kommen wird. Jetzt müssen Gespräche geführt werden, damit das Geldinstitut von der Wichtigkeit überzeugt wird. Wenn es sich die Grebensteiner Sparkasse leisten in Grebenstein und in Calden neben einer Geschäftsstelle noch einen zweiten Geldautomaten zu unterhalten, dann muss es auch möglich sein, in einem Ort mit 1800 Einwohnern einen solchen bereitzustellen.

Ist er denn wirklich nötig? 

Leimbach: Ja. Viele haben gar keine Möglichkeit mehr an Bargeld heranzukommen. Die ältgeren Menschen beispielsweise. Sollen die mit dem Bus nach Immenhausen fahren, um Geld zu ziehen, damit sie hier in der Bäckerei oder der Metzgerei einkiaufen können. Das kann es doch nicht sein.

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