5.000 Euro für die Operation

Hund schluckte Nagelköder - Familie rettet Barki 

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Bleibende Schäden durch Köder: Hund Barki hat immer noch gesundheitliche Probleme. Besitzer Lars Seeger (Bild anklicken für kompletten Ausschnitt) nimmt ihn deshalb nicht mehr mit auf die Jagd. 

Immenhausen. Hund Barki gehört nicht nur fest zur Familie Seeger aus Immenhausen, sondern war vor einiger Zeit auch treuer Jagdbegleiter des Familienvaters Lars Seeger. Das ist nun vorbei. Die Schwarzwildbracke wurde zweimal Opfer von Gift- und Nagelködern.

Das hat bleibende Spuren hinterlassen.

Der erste Fall

Mitte vergangenen Jahres war Barki plötzlich schlecht drauf, berichtet Seeger. „Er brach Blut und hatte es auch im Stuhl.“ Aufgrund dieser Symptome sei ihm sofort klar gewesen, was dahintersteckte: Der Hund musste einen Giftköder gefressen haben. Die Tierarzt-Odyssee begann. „Seine Blutwerte wiesen auf eine Vergiftung hin, Barki musste Medikamente nehmen und war einen Tag stationär in der Tierklinik.“ Danach sei es ihm wieder gut gegangen.

Der zweite Fall

Kurz darauf: Familie Seeger wollte sich gerade zu Freunden aufmachen, als sie sah, dass ihr Hund im eigenen Garten etwas Ungewöhnliches im Maul hatte. Es war eine Blutwurst mit Nägeln und Reißzwecken gespickt. „Wir haben sofort reagiert und ihm die Wurst weggenommen“, sagt Seeger, der zu dem Zeitpunkt noch gedacht hat, rechtzeitig gehandelt zu haben.

Mit Nägeln gespickt: So sah der Giftköder aus, den Barki gefressen hat. 

Als sich Barki später krümmte, fuhr er mit einem schlimmen Verdacht sofort in die Tierklinik. „Mitanzusehen, wie er gelitten hat, war kaum zu ertragen.“ In der Klinik stellte sich heraus, dass Barki zwei Nägel verschluckt hatte. Mit einem speziellen Mittel wurde Erbrechen ausgelöst und die Nägel kamen wieder raus.

5.000 Euro für eine Operation

Durch das starke Krümmen seines Körpers hat sich Barki einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule zugezogen. Das wurde schnell deutlich, als er nicht mehr aufstehen und die Muskulatur nicht kontrollieren konnte. „Wir waren kurz davor, ihn einzuschläfern“, erinnert sich Seeger an die schwere Zeit. Doch ein MRT (Kernspintomografie) in einer Klinik in Bielefeld zeigte, dass Barki operiert werden konnte. „Wir haben uns sofort für die OP entschieden.“

5.000 Euro haben die Seegers die Diagnostik und Behandlung ihres Hundes gekostet. Geld, das sie ohne nachzudenken ausgegeben haben, um ihr Tier zu retten.

„Doch das kann nicht jeder bezahlen. Ich denke dabei auch an ältere Menschen, die sich allein um ein Tier kümmern und sich diese Operation gar nicht leisten könnten.“

Der mittlerweile zwölfjährige Barki hat immer noch Schmerzen. Er ist an der Hinterhand instabil und eingeschränkt. „Früher habe ich ihn für Nachsuchen bei der Jagd mitgenommen. Das geht jetzt nicht mehr“, sagt Seeger. Barki sei nun in Rente und solle seine Zeit so schmerzfrei wie möglich verbringen.

„Suchen die Büsche ab, bevor wir den Hund rauslassen“

Um Barki zu schützen, haben die Seegers ihren Garten nun abgeteilt. Jetzt kann Barki nur noch auf das Stück Fläche, das nicht von der Straße aus zu erreichen ist. Trotzdem bleibt die Angst, dass so etwas noch einmal passiert.

„Wir suchen immer noch die Büsche ab, bevor wir den Hund rauslassen.“ Wer Barki das angetan hat, weiß Lars Seeger bis heute nicht. Er hatte zwar Anzeige erstattet, die jedoch ohne Ergebnis verlief. Was bleibt, ist die Wut auf einen Menschen, der „offenbar krank ist. Diese arme Kreatur leiden zu sehen und die Ohnmacht – das war sehr schlimm. Menschen, die einem Tier so etwas antun, sind einfach abartig“, sagt Seeger.

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