Unternehmer Berthold Braun saniert Gebäude – Wohnung, Lager und Geschäftsräume entstehen

Ihm gehört ein kompletter Bahnhof

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Schandfleck soll weg: Die Fassade des alten Immenhäuser Bahnhofs ist mit Graffiti beschmiert. Berthold Braun, Betreiber der Konzertscheune Calden, saniert das Gebäude.

Immenhausen. Wenn Unternehmer Berthold Braun durch den alten Immenhäuser Bahnhof geht, ist ihm die Leidenschaft für das Gebäude anzumerken. „Hier steckt wirklich Herzblut drin.“

Das sagt der 52-Jährige, der auch die Konzertscheune Calden betreibt.

Braun hat das verfallene Gebäude Ende September gekauft und saniert es zurzeit. Ende des Jahres sollen die wichtigsten Arbeiten fertiggestellt sein. „Bis dahin ist noch viel zu tun. Wenn die Strom- und Wasserversorgung sowie die Heizungsanlage erneuert sind, ist das Gröbste geschafft“, sagt er.

Der alte Bahnhof war noch bis 2002 in Betrieb, seitdem steht das Gebäude leer. Vandalismus und Graffiti taten ihr Übriges, zusätzlich zum Verfall – ein Schandfleck entstand in der Stadt. Das will Braun ändern. „Das Gebäude wird wieder schick gemacht, die Schmierereien an den Außenmauern versuchen wir zu entfernen. Wenn das nicht klappt, wird die Fassade eben neu gestrichen.“

Abgesehen vom äußeren Erscheinungsbild wird sich auch innen viel verändern. Im Gebäude entstehen neben Lagerräumen eine 115 Quadratmeter große Wohnung und Geschäftsräume (etwa 120 Quadratmeter), die gewerblich genutzt werden können. Die Lagerräume braucht Braun für Requisiten der Konzertscheune wie Technik, Geschirr, Küchengeräte und Bierzeltgarnituren.

Als der Bahnhof damals zum Verkauf stand, schlug Braun zu. „In erster Linie ging es natürlich um den Platz“, sagt er. „Doch die Faszination für Bahnhöfe und Züge hat auf jeden Fall auch eine Rolle bei der Kaufentscheidung gespielt.“

Direkt neben dem Gebäude führt die Bahnlinie entlang, auf der heute größtenteils die Regiotram fährt. „Die Trams sind so leise, die hört man im Gebäude nicht“, sagt Braun. Ab und zu fahre mal ein ICE oder Güterzug vorbei. Letzterer sei natürlich lauter.

Was Braun für das Bahnhofsgebäude bezahlt hat, will er nicht sagen. Zusätzlich zum Kaufpreis investiert habe er etwa 200 000 Euro – bisher völlig ohne Zuschüsse. „Die Hürden für Förderungen sind einfach zu hoch“, sagt Braun. „Alle Vorgänge dauern ewig und sind so aufwendig, dass ich sie nicht selbst erledigen kann.“

Bei all den Veränderungen im und am Gebäude bleibt aber auch vieles, wie es war. „Ich möchte nicht, dass der Bahnhof seinen Charme und Charakter verliert.“ Deshalb lässt der 52-Jährige die alten Pflastersteine auf dem Gelände liegen, auch wenn sie etwas „huppelig“ sind, wie er sagt. Gebaut wurde der Bahnhof 1898.

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