Verwaltungschef will nicht mehr zur Wahl antreten

Immenhäuser Bürgermeister Schützeberg macht Schluss nach einer Amtszeit

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Jörg Schützeberg: Der Bürgermeister von Immenhausen will bei der Wahl im nächsten Jahr nicht mehr antreten. 

„Ich habe mich entschieden aufzuhören.“ Das hat am Freitag der Immenhäuser Bürgermeister Jörg Schützeberg (54) auf HNA-Anfrage gesagt.

Der Immenhäuser hatte am 1. Januar 2016 seine sechsjährige Amtszeit als Bürgermeister angetreten. Zur nächsten Wahl, die im Jahr 2021 ansteht, will der parteilose Verwaltungschef nicht wieder antreten. Er sei von den Bürgern für sechs Jahre gewählt worden. Diese Amtszeit werde er erfüllen.

Er fühle sich „zu sehr eingeschränkt durch Zwänge in der Politik“, begründete der 54-Jährige seine Entscheidung. Für manche Kommunalpolitiker hätten persönliche Empfindlichkeiten und die Interessen ihrer Partei statt der Arbeit für die Stadt im Vordergrund gestanden, sagte Schützeberg. Das ist der örtliche Aspekt der Einschränkungen, die Schützeberg empfindet. Aber auch die Zwänge der Gesetzgebung, Vorschriften und Nachweispflichten, die Land und Bund forderten, schränkten die Arbeit eines Bürgermeisters ein und hätten zu dieser Entscheidung geführt.

Beispiel Glashütten-Gelände

Ein Beispiel sei die geplante Wohnbebauung des Glashütten-Geländes. Die Stadt habe nach vielen Jahren einen Investor gefunden, der das Gelände gekauft hat und Wohnungen errichten will. Das gestalte sich aber planerisch schwierig, sagte der Bürgermeister.

Er habe in seiner Amtszeit viele Charaktere kennengelernt. Einige davon seien „nicht positiv gewesen“ und hätten ihn sehr enttäuscht. Er merke, dass ihn das Amt inzwischen auch gesundheitlich belaste. Das habe zu der Entscheidung beigetragen.

Abstriche für die Familie

Es sei klar gewesen, dass das Bürgermeisteramt große Abstriche für Familie und Privatleben bedeute, ergänzte Schützeberg. Er und seine Frau hätten jedoch nicht erwartet, dass es so schwierig werden würde. Mit Schützeberg hatten die Immenhäuser nach Jahrzehnten mit SPD-Bürgermeistern erstmals einen unabhängigen Kandidaten in das Amt gewählt.

Nach sechs Amtsjahren habe er Anspruch auf 35 Prozent seines letzten Gehalts als Pensionszahlung, sagte Schützeberg zu seinen Versorgungsansprüchen. Über seine berufliche Zukunft nach dem Ende der Amtszeit werde er später entscheiden. 

Absolute Mehrheit schon im ersten Wahlgang

Mit 54,1 Prozent der Stimmen war Jörg Schützeberg am 5. Juli 2015 ins Amt gewählt worden. Der Immenhäuser, der aus einem örtlichen Getränkevertrieb stammt, hatte sich damit schon im ersten Wahlgang gegen seine beiden Mitbewerber durchgesetzt. Am 1. Januar 2016 trat er das Bürgermeister-Amt an. Jörg Schützeberg folgte damals auf den Sozialdemokraten Herbert Rössel. Schützebergs Amtszeit endet am 31. Dezember 2021

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